Erkelenz: Einheit zwischen Busch und Bach

Erkelenz : Einheit zwischen Busch und Bach

Es war, sofern möglich, noch bezaubernder als beim letzten Mal, als die beiden Musiker Ihno Tjark Folkerts (Violine) und Suren Anisonyan (Violoncello) das Publikum im Dezember 2002 mit musikalischen Meisterwerken verwöhnt hatten und der Schauspieler und Sprecher Benedikt Vermeer mit Poesie und Weltliteratur von Charles Dickens begeisterte.

Auch an diesem Abend, an dem Werke von Wilhelm Busch (1832 bis 1908) und dazu wundervoll passende Musik im Vordergrund standen, schufen die drei Künstler wieder eine unvergessliche Atmosphäre in der Leonhardskapelle in Erkelenz.

„Musik und Poesie bei Kerzenschein”, so der Titel der Veranstaltung zum 175. Geburtstag von Wilhelm Busch, ein Titel der seinem Namen alle Ehre machte: Das Publikum wurde nämlich im wahrsten Sinne zum Entspannen und zum Loslassen des Alltäglichen eingeladen und in die Welt von Musik und Poesie entführt.

Den Auftakt des Abends bestritten die Künstler mit einem Werk von Luigi Boccherini einer Sonate in D-Dur. Spätestens als Benedikt Vermeer, der seit 1994 beim Theater Satyrikon Bremen sowie an verschiedenen Theatern in der Schweiz (Bern) und Russland (Moskau) mitarbeitet, in seiner feinfühligen Art Wilhelm Buschs „Mein Lebenslauf ist bald erzählt” rezitierte, waren die Zuhörer verzaubert und gefesselt zugleich.

Atemlose Stille herrschte allerdings nicht nur beim Rezitieren, sondern auch als das musikalische Duo Josef Haydns Duett in D-Dur zum Klingen brachte. Ihno Tjark Folkerts, der seine künstlerische Ausbildung in London, an der Trinti College begann, ist seit 1989 Konzertmeister der Berliner Kammeroper und Gründer des Kammerorchesters „Cantiano”.

Suren Anisonyan, der bereits in seiner Studienzeit als Solocellist und Stimmführer der Cellogruppe des staatlichen Kammerochesters Jerewan unter dem Dirigenten Emin Chatschaturyan gewählt wurde, ist seit 1996 Cellist der Philharmonie der Nationen unter dem Pianisten und Dirigisten Justus Frantz.

Die drei Künstler schienen in ihren Darbietungen geradezu miteinander zu verschmelzen. Da fügte sich alles nahtlos ineinander und passte perfekt zusammen. So waren alle Kompositionen von den beiden Musikern bedacht ausgesucht und passten ausgezeichnet zu den Texten von Wilhelm Busch wie etwa „Tobias Knopp” oder „Die Freuden der Ehe”, der Prolog „Der Heilige Antonius von Padua” sowie Buschs Episoden. Da bildeten Musik und Texte eine Einheit, was nicht zuletzt den Reiz dieses Abends aus machte.

Sehr am Herzen schien Ihno Folkerts der Violinpart des Duettparts Nr. 3 in A-Dur von Niccolo Paganini zu liegen, das er unwahrscheinlich temperamentvoll zelebriert, während sein Kollege Suren Anisonyan eher den ruhigeren Part übernahm.

Besonders herrlich anzuhören waren da noch die acht Inventionen von Johann Sebastian Bach, die wie gemacht für Buschs Texte zu sein schienen. Mit dem großen Duo in B-Dur KV 424 von Wolfgang Amadeus Mozart neigte sich der interessante wie unterhaltsame Abend dem Ende zu.

Großer, langanhaltender Beifall waren der Dank eines begeisterten Publikums.