Heinsberg: Einen echten Enrico Caruso entdeckt

Heinsberg : Einen echten Enrico Caruso entdeckt

Einen echten Enrico Caruso hat jetzt Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann im Heinsberger Kreismuseum entdeckt. Am Rande der aktuellen Ausstellung „Verweilen im Tropischen” zur Ostasienreise des Malers Ottmar Begas im Jahr 1901 stöberte Müllejans-Dickmann erneut in dem Nachlass des Künstlers.

Dabei machte sie den interessanten Fund einer handsignierten, kleinen Porträtskizze, die der weltberühmte Operntenor Enrico Caruso (1873-1921) anfertigte. Dass dieser eine leidenschaftliche Begeisterung und Begabung für Porträtzeichnungen und Karikaturen hatte, ist bekannt.

Das Original nun mit der Datierung aus dem Jahr 1910 zeigt vermutlich den Künstler Ottmar Begas (1878-1931) im Alter von 32 Jahren. Fein säuberlich hinter einem signierten Originalfoto, das Enrico Caruso zeigt, schlummerte die Porträtskizze jahrzehntelang in ihrem „Versteck”.

Mit flüchtigen Bleistiftlinien auf einem gefalteten Briefpapier des Dampfschiffes „Kronprinzessin Cecilie” aufgetragen, zeigt die Skizze einen Männerkopf im Profil - offenbar den Künstler Ottmar Begas.

„Man darf davon ausgehen, dass sich die beiden Künstler auf der Schiffspassage nach New York befanden und sich dort gegenseitig porträtierten”, vermutet Müllejans-Dickmann mit dem Wissen, dass Ottmar Begas zu dieser Zeit auf einer New-York-Reise zur Heirat mit Marie Wagner gewesen sei.

Bislang ahnte niemand, dass sich hinter dem Foto im Holzrahmen ein Original von Enrico Caruso versteckte. Erst die wiederholte Durchsicht von Archivmaterial und das Öffnen des Holzrahmens aus dem Nachlass von Ottmar Begas, Enkel des gebürtigen Heinsbergers und preußischen Hofmalers Carl Joseph Begas, brachte den überraschenden Fund ans Tageslicht.

Das Originalfoto, das vermutlich von einem Schiffsfotografen gemacht und von Caruso mit einer Widmung für Begas versehen wurde, ermöglicht auch die Zuordnung einer Porträtskizze aus der Begas-Sammlung des Kreismuseums. Diese Skizze stammt von Ottmar Begas und stellt Enrico Caruso dar.

Somit hat die inhaltliche Aufarbeitung des Bestandes aus künstlerischem Nachlass ein weiteres Puzzleteilchen erhalten. In einem wirklich mühsamen Mosaikspiel arbeitet die Kunsthistorikerin Dr. Rita Müllejans-Dickmann seit nahezu drei Jahren den Bestand des Museums auf und versucht, Porträts den dargestellten Personen zuzuordnen.

Eine nervenaufreibende und langwierige Arbeit mit endlos langen Recherchen und Vergleichen, mit Telefonaten und Schriftwechseln, die mit dem jüngsten Fund des echten Caruso aber auch eine Entlohnung für die intensive Beschäftigung mit der Kunst bringt.