Eine Sekunde entscheidet über Tour-Sieg

Eine Sekunde entscheidet über Tour-Sieg

Landgraaf/Kreis Heinsberg. Die Spannung um den Gesamtsieg bei der Eneco-Tour 2004, der am Freitag noch den Kreis Heinsberg passierenden Niederlande-Rundfahrt für Radrennprofis, war am Samstag kaum zu überbieten.

Der Russe Viatcheslav Ekimov vom US-Postal-Team war mit einem Vorsprung von neun Sekunden vor dem Belgier Marc Wauters und zwölf Sekunden vor dem Niederländer Erik Dekker (beide für Rabobank fahrend) auf die 202,2 Kilometer lange Schlussetappe von Sittard-Geleen nach Landgraaf gegangen, bei der insgesamt 28 Fahrer aufgeben mussten.

Alles wartete auf eine Attacke von Dekker - und sie kam! 20 Kilometer vor dem Ziel entkam er dem Peloton und schloss bald zu einer Ausreißergruppe auf. Am Anstieg bei Huls gewann Dekker die Sprintwertung und bekam drei Sekunden Bonus.

Von US Postal und CSC wurde ein höllisches Tempo vorgelegt. Sechs Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreißer gestellt. Als das Hauptfeld nach knapp fünf Stunden auf die Zielgeraden einbog, war Dekker vorne mit dabei, schoss wie eine Rakete als Erster mit hauchdünnem Vorsprung vor Wauters über die Linie. Als Etappensieger erhielt er zehn Sekunden Gutschrift.

Nun lautete die Frage: Wo war Ekimov gelandet, der ebenfalls mit um den Tagessieg gespurtet war? Das Zielfoto wurde lange ausgewertet, dann brach großer Jubel aus. Nur Erik Dekker, Wauters (sechs Sekunden) und der Italiener Fabrizio Guidi von CSC als Dritter (vier Sekunden) erreichten Boni.

Ekimov wurde Fünfter und ging leer aus. Somit lag Dekker in der Gesamtwertung eine Sekunde vor Ekimov und vier Sekunden vor Wauters. Damit gewann er zum dritten Mal nach 1997 und 2000 die Eneco-Tour.

Als bester deutscher Fahrer landete Rolf Aldag vom Team T-Mobile auf Rang sieben der Gesamtwertung mit 35 Sekunden Rückstand. Nur 64 der 119 am Dienstag gestarteten Athleten kamen ins Ziel.