Kreis Heinsberg: Eine Saftbar zum erfolgreichen Abschluss

Kreis Heinsberg : Eine Saftbar zum erfolgreichen Abschluss

Im evangelischen Jugendzentrum „Refugio” in Schaufenberg fand mit der Einweihung einer Saftbar die Abschlussfeier des Mädchenprojekts „Neue Wege ? neue Chancen” statt.

In Zusammenarbeit mit der mobilen Arbeit Millich, dem so genannten Bauwagen Abhänger, zielte das Projekt auf Mädchen ab 14 Jahren, die sich in ihrer Mädchenrolle einmal anders wahrnehmen und Erfahrungen aus einem für Mädchen eher untypischen Bereich sammeln wollten.

Zuvorkommend und mit einem Lächeln begrüßten die Mädels jeden Besucher sehr herzlich, und ehe man sich versah, hatte man schon einen leckeren Cocktail in der Hand.

Es ging also nicht nur darum, eine Säge, einen Hammer oder ein Schleifgerät zu handlen, sondern vor allem, wie man miteinander umgeht ? sowohl über kulturelle als auch über soziale Grenzen hinweg. Jeder Mensch ist für sich genommen einzig und individuell. Deshalb zu respektieren. Über die Ursachen und Gründe seines Verhaltens sollte man nachdenken, sie nicht gleich verurteilen.

Das wollten die Praktikantin Jasmin Schüttler wie auch die Jugendleiterinnen Frau Frentzen-Millhofer und Petra Verschuren-Lipperts den teilnehmenden Mädchen vermitteln. Und das erfolgreich, wie man an diesem Abend spüren konnte.

Das über vier Wochen andauernde Projekt, finanziert durch Zuschüsse des Landes sowie des Stadtjugendrings, fand seinen Anfang in einer ersten Phase, in der die Mädchen sich Anregungen und Ideen aus dem Internet und aus Fachzeitschriften holten, so dass schließlich beschlossen wurde, eine Saftbar für das Jugendzentrum zu bauen.

Gesagt, getan ? und die Mädels begannen unter fachkundiger Anleitung ihrer Teamleiterinnen zu bohren, sägen, schleifen, leimen, schrauben und lackieren.

Während der gemeinsamen Arbeit, in der die Mädels ihre soziokulturelle Herkunft immer mehr vergaßen und zu einer Einheit wurden, entstanden dann noch weitere Ideen, die in einer einzigartigen Wanddekoration ? der mit kleinen Lichtern versehene Figurausschnitt eines Jugendlichen, was sehr an einen Schattenriss erinnerte, mündeten.

„Nur hier konnten wir einen Jungen gebrauchen”, verriet Katja mit einem Schmunzeln, und Denise, die das erste Projekt fertiggestellt hatte und dazu animierte, sich auch an Wandspiegeln zu versuchen, assistierte ihr.

Das war der Anlass, um das Handwerkerinnenhaus in Köln zu besuchen, wo die Mädels im Rahmen eines Tageskurses an die Kunst des Glasschneidens und Glasschleifens herangeführt wurden. Individuell hergestellte Wandspiegel waren das Produkt dieses Kölnbesuches, der in einer kleinen Fotoausstellung festgehalten wurde.

Irene Schlawin, Pfarrerin der Kirchengemeinde Hückelhoven und verantwortlich für Jugendarbeit, eröffnete die Einweihungsfeier mit einigen heiteren Worten, die die Stimmung des Projekts im Ganzen wiedergeben sollte.

Die Mädchen, die zu ihrer Überraschung allesamt mit einer Urkunde und einem Erinnerungsalbum beschenkt wurden, hatten, wie sie selbst sagten, gelernt, dass über soziale Grenzen hinweg jede(r) für sich etwas kann. Und dass man ohne Gewalt leben kann.

Außerdem freuten sie sich auf die anschließende Fete, die um 19 Uhr begann. Denn da waren Jungs natürlich erwünscht.