Hückelhoven: Eine Förderstufe wird abgelehnt

Hückelhoven : Eine Förderstufe wird abgelehnt

Das Thema Gesamtschule bewegt in Hückelhoven weiterhin die Gemüter. Bei der Sitzung des Stadtrates im Rathaus war das Thema wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Trotz heftiger Kritik von Grünen und SPD scheint das Thema einer eigenen Gesamtschule in Hückelhoven derzeit vom Tisch zu sein. Der parteilose Hans Fischer beantragte für Hückelhoven die Einführung einer Förderstufe in den Klassen fünf und sechs.

Er begründete seinen Antrag damit, dass gerade diese Orientierungsmöglichkeit, wie sie an der Gesamtschule gegeben sei, diese für Eltern so attraktiv mache. Bei den rund 60 Schülern, die an der Wassenberger Gesamtschule abgewiesen werden mussten, handele es sich ausschließlich um Schüler mit einer Hauptschulempfehlung.

Diese als Basis für eine Gesamtschule in Hückelhoven zu nehmen, bezeichnete er als „fatal”. Eine entsprechende Möglichkeit der Orientierung müsse aber auch in einem dreigliedrigen Schulsystem gegeben sein, um einen Wechsel der Schulform für die Schüler im Bedarfsfall ab der siebten Klasse zu ermöglichen.

Durchlässigkeit

Die Durchlässigkeit für Schulwechsler sei jedoch im dreigliedrigen System hauptsächlich nach unten gegeben. „Hier geht es nur um Abstiege”, betonte er in seiner Antragsbegründung. Deshalb sei in Hückelhoven die Durchlässigkeit auch „von unten nach oben” herzustellen.

Fischers Antrag wurde jedoch mehrheitlich vom Stadtrat abgelehnt.

Die Kritik der Ratskollegen an der Haltung der CD zur Gesamtschuldiskussion war für Heinz-Josef Kreutzer unverständlich. Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes sei bereits von fünf auf zwei Jahre verkürzt worden, um „anlassorientierte Änderungen” vornehmen zu können.

Auch sei man bereit, gemeinsam mit den Nachbargemeinden Erkelenz und Wegberg über eine gemeinsame Gesamtschule nachzudenken, wenn der Bedarf bestünde. Auch eine Erweiterung der Wassenberger Gesamtschule sei in diesem Falle ernsthaft mit den Verantwortlichen zu diskutieren.

Für die Grünen betonte Dr. Henning Herzberg, dass NRW aufgrund seiner starren Haltung zum Thema Gesamtschulen bildungspolitisch deutschlandweit die rote Laterne halte.