Aachen: Eine Erfahrung, die man nicht missen möchte

Aachen : Eine Erfahrung, die man nicht missen möchte

Anderen Menschen helfen und dabei gleichzeitig auch etwas für sich tun - mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei den Maltesern ist das möglich. Vor allem, wenn ab dem 1. Juli die Zivildienstleistenden wegen der Abschaffung des Wehrdienstes ausbleiben, wird es einen großen Bedarf an engagierten Menschen geben. „Das FSJ ist aber kein Lückenbüßer für den Zivildienst”, sagt Wolfgang Heidinger, Diözesangeschäftsführer. Wer ein FSJ leistet, bediene sich an einem Angebot der Weiterqualifizierung.

Das hat zum Beispiel Michel Oschmann getan. „Ich konnte eine Ausbildung als Ersthelfer machen und dann das, was ich gelernt habe, selber als Erste-Hilfe-Dozent in Kursen weitergeben”, sagt der. 19-Jährige. Bis Anfang August ist er noch als Freiwilliger bei den Maltesern beschäftigt.

Nachdem seine Ausbildungssuche von wenig Erfolg gekrönt war, meldete er sich auf eine Anzeige der Malteser. „Ich fand das sehr interessant und dachte mir: Das ist besser, als ziellos rumzujobben.” Im September wird er eine Ausbildung im Finanzwesen beginnen, also eine ganz andere berufliche Richtung einschlagen. „Ich habe aber gemerkt, dass die Resonanz auf meine Bewerbungen viel positiver ausfällt, jetzt, wo ich das FSJ im Lebenslauf habe.” „Gut für dich - wertvoll für andere”, so lautet die Kampagne der Malteser. Und im Fall von Michel Oschmann scheint dieses Konzept aufzugehen.

Auch Cinja Schroeder kann ein FSJ nur empfehlen. Sie bewarb sich dafür, um die Wartezeit bis zu ihrem Studium zu überbrücken. „Ich habe immer viel mit Kindern gearbeitet und wollte dann mal einen etwas anderen Schwerpunkt der sozialen Arbeit kennenlernen.” Inzwischen studiert die 24-Jährige Soziale Arbeit in Aachen und ist als studentische Hilfskraft bei den Maltesern geblieben, auch wegen des angenehmen Arbeitsklimas.

Sowohl Michel als auch Cinja wollen die Erfahrungen bei den Maltesern nicht mehr missen. „Bei den Erste-Hilfe-Kursen lernt man, vor Gruppen zu sprechen. An der Uni kann ich Präsentationen viel gelassener entgegensehen als manche Kommilitonen”, sagt Cinja Schroeder. „Man lernt ja auch unglaublich viele Menschen kennen und ganz unterschiedliche. Meine Menschenkenntnis hat sich auf jeden Fall verbessert”, ergänzt Michel Oschmann.

Ob in der Zentrale, beim Rettungsdienst oder in der Patientenbegleitung - ein FSJ ist in unterschiedlichen Einsatzstellen möglich. Zum Kopieren und Kaffeekochen werde niemand abgestellt. „Wir fordern unsere Freiwilligen”, sagt Heidinger. Das stimme, meint Cinja Schroeder. „Aber ich hatte immer das Gefühl, dass es einen perfekten Ausgleich zwischen fordern und fördern gab.” Natürlich habe sie Leistung bringen müssen, aber dafür habe sie auch viel zurückbekommen. Heidinger nennt das eine „Win-win-Situation”.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr können junge Leute bis zum 26. Lebensjahr leisten. Ab dem 1. Juli wird es aber auch bei den Maltesern den Bundesfreiwilligendienst (BFD) geben, für den sich Menschen jeden Alters bewerben können. Auch zum BFD werden Fortbildungsseminare gehören. Vor dem Einsatz ist es möglich, zwei Tage in der Einsatzstelle zu hospitieren, um sich einen Eindruck von der Arbeit zu machen. Alle Freiwilligen sind sozialversichert und haben Anspruch auf Kindergeld.

Informationen für Bewerber gibt es bei Gerda Mahr, Malteser Hilfsdienst e.V., Auf der Hüls 201, 52068 Aachen, Tel.: 0241/96 70 112, E-Mail: gerda.mahr@malteser.org