Selfkant-Saeffelen: Ein wahres „Meisterkonzert” in Saeffelen

Selfkant-Saeffelen : Ein wahres „Meisterkonzert” in Saeffelen

Das so genannte sechste Dorfkonzert der drei musizierenden Vereine ist eine Untertreibung.

Genau so hätte es „Meisterkonzert” heißen können, vor allem bezogen auf den Spielmannszug als Gewinner der Selfkantplakette 2004. „Während wir uns womöglich einbilden, gut zu sein”, meinte Arno Vraetz selbstironisch, „hat der Spielmannszug es schriftlich.”

Die Saeffelener Dorfkonzerte sind von eigenartiger Provenienz in ihrer gleichzeitigen Nähe zur Volksmusik und zur konzertanten Musik. Eine gehörige Prise Humor und Überraschung sind das Salz in der Suppe. Auch wenn der Saal Wolters nicht ganz gefüllt war, es herrschte eine begeisterte Stimmung, auf und vor der Bühne.

Die Luzianer hatten den Vortritt und gestalteten das erste Drittel des Abends in ihrer gewohnten, auch dem Irdischen ganz zugewandten Sangesfreude mit der Komposition Mendelssohn-Bartholdys nach einem Goethe-Gedicht.

Bei Mozart hatte Dirigent Karl Mobers eine Bearbeitung vorgenommen, bei „Er und Sie”, einem Blues von U. Führe, war er zusammen mit E. Gernhardt der Texter. Ausgiebig und hingebungsvoll widmete sich der Kirchenchor dem Musical „My fair lady”.

Bei den Spielleuten stehen die beiden Niederländer P.H. Wolters und J.G. Schroen immer unter den Noten, wenn es ums anspruchsvolle Konzertieren geht. Mit Wolters Vision überflügelte der Spielmannszug die Konkurrenz.

Das Euregio Musikfest und der Selfkant-Concours haben ihn zwar 2004 in Atem gehalten, dabei ist ihm aber die Puste nicht ausgegangen. Im Gegenteil, mit Paso doble, Folklore, Tanz- und Marschmusik ging nicht nur die „Washingtoner Post” à la Sousa ab.

Die Trommler und Pfeifer waren auch hier spitze. Mit dem Sousa-Marsch reichten sie den Bläsern die Hand. Der Niederländer Mai Rouschen stand davor als Taktgeber mit metronomischer Genauigkeit. Kein Wunder, dass man ihm als Coach besonders zujubelte.

Nicht nur beim Spielmannszug ist der Verein so gut wie der Dirigent. Auch die Chemie stimmte. Das kann man inzwischen auch von dem Landsmann Theo Peeters sagen, der seit einem Jahr die „Gregorianer” unter seinen Fittichen hat, um sie mit Zarathustra siegreich ins Feld zu führen.

Schließlich galt diese Strauß-Tondichtung einmal als „symphonischer Optimismus im Fin-de-siècle des 20. Jahrhunderts. Von den in sich geschlossenen neun Teilen lieferte das Arrangement Michael Jergs einen Extrakt 2000.

Peeters forderte seine Leute weiter stark heraus mit Jan van der Roosts Konzertmarsch Arsenal, der „Dichter und Bauer-Ouvertüre” und den drei Symphonicmarches von John Williams. Bei „Somthin´ stupid” trat das stürmisch gefeierte Solistenpaar Ellen und Bernd Mobers auf, und bei der Zugabe „Instant concert” durften die Hörer in drei Minuten die 30 anklingenden Melodien erraten. Sie waren begeistert.