Ein Stück Erkelenz geht verloren

Ein Stück Erkelenz geht verloren

Erkelenz (an-o/hewi) - Die "Bürgergemeinschaft Marienviertel" löst sich auf. Dies ist beschlossene Sache, nachdem sich auch auf der diesjährigen Generalversammlung niemand bereit erklärt hatte, neu für den Vorsitz oder in den Vorstand zu kandidieren.

Schon im vorigen Jahr war der alte Vorstand kommissarisch in seinem Amt verblieben, die Vereinsaktivitäten ruhten jedoch. Trotz mehrfacher Appelle und Rundschreiben im Marienviertel war von den rund 180 Mitgliedern nur ein kleines Häuflein von 17 Aktiven erschienen, die notgedrungen die Abwicklung des Vereins beschließen mussten.

Anne Dulies war die Enttäuschung anzusehen, als sie noch einmal das Wort an die wenigen Anwesenden richtete: "Die Bürgergemeinschaft Marienviertel darf heute nicht sterben!" Es besteht kein Interesse der jungen "Marienviertler" am Verein und an ehrenamtlicher Mitarbeit, wie Peter Dobbert feststellen musste.

Brauchtumspflege stirbt

Dabei schaue der Verein auf eine über 30-jährige Tradition zurück. Mit dem Verschwinden der Gemeinschaft, so die scheidende Vorsitzende Kornelia Zimmer, gehe auch ein Stück Erkelenzer Geschichte und aktive Brauchtumspflege verloren.
Nun bleibt den "letzten Mohikanern" nur noch die traurige Aufgabe, den Verbleib des Vereinsvermögens und der im Laufe der zeit angesammelten Sachwerte zu regeln. Schatzmeister Georg Dulies konnte einen Betrag von über 5000 Euro vermelden, der nun für gemeinnützige Zwecke gespendet werden kann.

Gelingt selbst dies der Gemeinschaft nicht, fällt das Geld an die Stadt, die es nach zwei Jahren gemeinnützig einsetzen kann. Neben dem Geld sind noch viele Sachwerte vorhanden, für die die Gemeinschaft Abnehmer sucht. So stehen unter anderem ein Toilettenwagen und ein elf Meter langer, TÜV-abgenommener Karnevalswagen zum Verkauf.