Wassenberg: Ein Schandfleck wird zum Vorzeige-Objekt

Wassenberg : Ein Schandfleck wird zum Vorzeige-Objekt

Im Wettbewerb „Denkmalschutz und Erhalt historischer Bausubstanz” ist der Wassenberger Architekt Professor Ludwig Rongen durch den Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz in Deutschland mit dem Bundespreis ausgezeichnet worden.

Ensemble-Bereich Stiftsplatz-Propsteigasse aufgewertet

Die Auszeichnung wurde unter anderem begründet mit dem modernen Nutzungskonzept in einer vorbildlichen Gestaltqualität für die Sanierung des Denkmals Stiftsplatz 6 in Wassenberg.

Das zirka 450 Jahre alte Gebäude war eigentlich abbruchreif, als Ludwig Rongen, Professor für Entwurf und Baukonstruktion mit dem Schwerpunkt „Bauen im Bestand”, mit der Sanierung begann.

Inzwischen ist aus einem ehemaligen Schandfleck mitten in Wassenberg ein Wohnhaus geworden, das maßgeblich dazu beiträgt, den Ensemble-Bereich Propsteigasse/Stiftsplatz aufzuwerten.

Auch das denkmalgeschützte Haus Propsteigasse 3, in direkter Nachbarschaft des Hauses Stiftsplatz 6, das jahrelang leer gestanden hatte und ebenfalls abgängig war, hat das Büro Rongen Architekten saniert.

Hier wurde ein historisches Kreuzstockfenster mit Mitteln der modernen Architektur interpretiert. Auch dieses Objekt zieht immer wieder Besucher in seinen Bann.

Bereits im Jahr 2000 wurde schon einmal ein Wassenberger Objekt des Büros Rongen Architekten im Rahmen des Wettbewerbs „Die 30 besten Häuser Deutschlands aus dem Jahr 2000” durch den Callwey-Verlag und die Zeitschrift „Häuser” ausgezeichnet.

Nach Auskunft von Professor Rongen besteht allerdings in der Wassenberger Bevölkerung keine große Akzeptanz gegenüber diesem Wohnhaus in der Parkstraße.

Architektur-Theorie in den Schulunterricht aufnehmen

„Das Bemühen um gute Architektur ist ein sehr beschwerlicher Weg. Gute, klare und saubere Architektur ist in unserer Gegend nur sehr schwer durchzusetzen”, meint er: „Viel lieber werden hier Zuckerbäckerhäuschen mit Türmchen, Erkern, Sprossen in Aspik und vor allem Krüppelwalmdach realisiert, weil man nichts anderes kennt.

Architektur-Theorie müsste, was in den Niederlanden selbstverständlich ist, auch in unseren Schulen zu einem grundständigen Lehrfach werden. Dann würden auch die Baugebiete in unserer Gegend hier und da vielleicht einmal eine Chance haben, den einen oder anderen Architektur-Touristen anzuziehen”, so Professor Rongen.