Erkelenz-Kückhoven: Ein ruhender Pol verlässt die Schule

Erkelenz-Kückhoven : Ein ruhender Pol verlässt die Schule

Als junger Lehrer kam Herbert Barth 1963 an die damalige Volksschule Kückhoven - und blieb ganze 40 Jahre, bis zur Verabschiedung in den verdienten Ruhestand.

So stand am Freitag Rektor Herbert Barth im Forum der katholischen Grundschule im Mittelpunkt einer Feierstunde. Dazu sagte die stellvertretende Schulleiterin Johanna Schmidt-Himmels, dass beim Dienstantritt von Herbert Barth eine völlig andere Zeit herrschte.

1980 wurde aus der Volksschule eine Grundschule. In dem halben Leben, das er an der Schule verbrachte, davon 17 Jahren als Chef im Ring, habe er stürmische, fröhliche und ernste Zeiten erlebt und viele Veränderungen vornehmen müssen.

Bei allen Höhen und Tiefen sei er der ruhende Pol gewesen und habe mit seiner gelassenen Art die Gemeinschaft gestärkt.

In den 40 Jahren seines Schaffens nahm er auch aktiv am Leben der Kückhovener Dorfgemeinschaft teil.

Dazu ergänzte Käthe Dahmen, Vorsitzende des Kirchenchores, dass Herbert Barth dem Chor zwölf Jahre als Dirigent vorstand. „Es war für den Chor und Dirigenten eine schöne und erfolgreiche Zeit.”,

„O Herr, welch ein Tag. Ein trauriger, aber auch ein freudiger”, stellte Schulamtsdirektorin Christel Preuschoff. Am 30. April 1963 wurde Herbert Barth an die Kückhovener Volksschule berufen und hatte noch nicht einmal das Examen.

40 Jahre an einer Schule seien selten. Dafür sei es auch nie langweilig gewesen. Dafür sorgten die vielen Erlasse, Verordnungen und Vorschriften sowie die quirlige Kinder und die Wünsche, Anregungen und Vorstellungen der Eltern.

Ein stetes Anpassen forderte großes Einfühlungsvermögen, um allen gerecht zu werden. Dies alles habe der Rektor Herbert Barth geschafft.

Pfarrer Alois Hüring stellte die gute Verbindung zwischen Schule und Kirche heraus.

Drei Schulleiter wurden in den letzten Tagen in den Ruhestand verabschiedet, Otto Küstermann in Gerderath, Theo Schläger in Lövenich und jetzt Herbert Barth in Kückhoven.

Diese drei verglich der stellvertretende Bürgermeister Theo Clemens mit den drei Musketieren, die nicht nur gut fechten konnten, sondern auch viel Mut und Geschick bewiesen.

Es sei mutig gewesen, Lehrer zu werden, weil ihnen das Kostbarste, die Jugend anvertraut wurde. Herbert Barth habe es verstanden, die Schule in die Kückhovener Dorfgemeinschaft zu integrieren.

Dafür überreichte Heinzgerd Dewies, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, dem scheidenden Rektor die Kachel mit dem Kückhovener Wappen.

Es ist die höchste Auszeichnung der Dorfgemeinschaft für besondere Leistungen. Viele Dankesworte wurden an Herbert Barth gerichtet, ehe Theo Schläger mit einer Parodie den Abschied versüßte: „Herbert, der Bart ist ab, wir hauen ab”.

Hier stimmten die Gäste fröhlich mit ein. Jede Klasse hatte für den Rektor ein Taschentuch zum Gebrauch bemalt: Wenn er die Nase voll hat, Wunden verbinden muss, den Schweiß von der Schule oder Freudentränen abputzen muss und um zum Abschied winken zu können.

Bewegt dankte Herbert Barth für die wohlwollenden Worte des Dankes und dass er vier Jahrzehnte sein Wissen an Generationen weitergeben durfte.