Ein Netz zwischen den Völkern geknüpft

Ein Netz zwischen den Völkern geknüpft

Kreis Heinsberg. Völkerverständigung bedarf gewisser Gelegenheiten. Und weil das so ist, organisiert die Kreissparkassen-Stiftung zur „Förderung des Völkerverständigungsgedankens und der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur im Kreis Heinsberg” den „Euro-Jugend-Treff”.

In den vergangenen Tagen war es zum elften Mal soweit. Das Osterfest geriet für die Jugendlichen aus Russland, Tschechien, Dänemark und den Niederlanden vor allem zu einem sportlichen Ereignis.

Neben dem kulturellen Austausch stand der Handball-Sport im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Geschehens.

Der offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag in der Hilfarther Sporthalle war bereits ein Spiel zweier Mädchen-Mannschaften vorausgegangen - die 100 Teilnehmer wollten augenscheinlich keine Zeit verlieren.

Als Ausrichter fungierten gemeinsam die Sportjugend im Kreissportbund und die Handballabteilung des ASV Rurtal aus Hückelhoven, wo auch die Wettkämpfe ausgetragen wurden.

Auf Toleranz und Freundschaft besinnen

Der Schirmherr des Euro-Jugend-Treffs, Hückelhovens Bürgermeister Werner Schmitz, hob bei seiner Begrüßungsansprache den außerordentlichen Wert der internationalen Begegnung hervor: Gerade in Zeiten des Krieges mit ihren täglichen Bildern von Gewalt und Tod sei es erstrebenswert, sich auf Toleranz und Freundschaft rückzubesinnen.

„Es ist schön, dass wir diese Veranstaltung gemeinsam dafür nutzen können, uns näher zu kommen sowie die verschiedenen Kulturen schätzen und respektieren zu lernen.” Viel Erfolg und vor allem Verletzungsfreiheit wünschte Schmitz den Mannschaften. „Ich hoffe, Ihr behaltet Hückelhoven in angenehmer Erinnerung”, wünschte er sich.

Als die Stiftung vor 15 Jahren gegründet wurde, habe die Sparkasse die verfügbaren Gelder sehr gut investiert, bekräftigte Richard Nouvertné, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Heinsberg.

Da der Mensch von Natur aus oftmals Angst vor dem Fremden verspüre und deshalb gerade die ersten Schritte die schwierigsten seien, liege die Bedeutung des Treffs darin, junge Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen freundschaftlich zusammenzuführen.

Mehrere tausend Kilometer angereist

Auf einen besonderen Umstand wies der Vorsitzende des Kreissportbundes, Willi Engels, im Hinblick auf das Minuten zuvor beendete Handball-Spiel hin: Für das russische Mädchen-Schulteam aus Nishnij Nowgorod war es der erste große Wettkampf überhaupt.

Und das hatte auch seinen Grund, denn beim zehnten Jugend-Treff im Jahr 2002 existierte die Mannschaft laut Engels noch gar nicht. Sie sei von der Schule eigens gegründet worden, um den Sportlerinnen eine erneute Teilnahme an der wechselnden Schwerpunktsportart zu ermöglichen.

Nicht zuletzt die mehrere tausend Kilometer umfassende Überfahrt per Bus - das russische Team hatte die längste und wohl beschwerlichste Reiseroute - nahmen die Jugendlichen und ihre Betreuer gerne auf sich.