Geilenkirchen-Teveren: Ein Mann mit Flugzeugen im Bauch

Geilenkirchen-Teveren : Ein Mann mit Flugzeugen im Bauch

Er ist ein Mann, dessen Augen alles zu sehen scheinen. Nicht nur in seiner Umgebung hat er alles im Blick, auch sein Gegenüber fixiert er.

100-prozentige Konzentration und Präsenz - das sind die Begriffe, mit denen man den neuen Teverener Awacs-Kommandeur beschreiben kann.

Kombiniert mit einer Ruhe, die sich wiederum kaum beschreiben lässt. Redakteurin Sabine Kroy und Fotograf Georg Schmitz trafen sich mit Axel R. Tüttelmann.

Noch ist Axel R. Tüttelmann dabei, sich in seinem Büro auf der Airbase in Geilenkirchen-Teveren einzurichten.

Massig Utensilien hat er nicht aus Bonn mitgebracht, ein Stifthalter mit einem Flugzeug aus Metall gehört zu den wenigen persönlichen Dingen.

Dokumentiert aber doch zugleich seine große Leidenschaft: „Die Fliegerei, und alles, was damit zusammenhängt,” ist sein großes Hobby, Literatur darüber eingeschlossen.

Der 56-Jährige, dessen Berufswunsch „etwas bei einer Airline oder bei der Luftwaffe” gewesen ist, hat aber noch ein zweites Standbein in Sachen Freizeit, ein ebenfalls nahe liegendes: „Fernreisen, so weit weg wie möglich.”

Kreuz und quer habe er schon mit seiner Familie die USA bereist, „zusammengerechnet bestimmt mehrere Monate”. Daheim, was momentan zum Teil auf der Base und zum Teil in Bonn, wo seine Frau noch lebt, liegt, werkelt er auch gerne an Haus und Garten herum.

Bald will er sich aber hier nach den eigenen vier Wänden umschauen, da ihm seine Gattin im Sommer nach Geilenkirchen folgen will. Bis dahin hat er sich einiges vorgenommen: „Mein Bestreben ist es, mit den umliegenden Städten und Gemeinden Kontakt aufzunehmen.”

Aus Zeitmangel bleibt ihm dieser Wunsch momentan noch verwehrt. Die Airbase selbst hat er noch nicht in allen Einzelheiten begutachtet.

Doch eines ist ihm sofort aufgefallen: „Die Internationalität hier und wie beispielhaft damit umgegangen wird.” Jeder bringe seine Kultur ein, jeder werde akzeptiert.

Nicht umsonst bezeichnet er seine jetzige Stellung als Traum. Das hat aber auch noch einen anderen Hintergrund. „Dass ich hier so dicht an der Fliegerei bin. Mit dem Dienstgrad ist das anderswo kaum möglich.”

Etliche Male ist die Familie schon innerhalb Deutschlands umgezogen. Damit ist er aufgewachsen: Sein Vater war ebenfalls Offizier.

Seine erwachsene Tochter allerdings hat sich für eine ruhigere Variante des Lebens entschieden. Sie studiert Jura. Hat auch etwas mit den Genen zu tun, wie Tüttelmann gesteht: „Das wäre mein alternativer Berufswunsch gewesen.”