Erkelenz: Ein Leben für Schule, Sport und die Musik

Erkelenz : Ein Leben für Schule, Sport und die Musik

Fast 40 Jahre unterrichtete er Kinder, jetzt unterschrieb er zum letzten Mal in seinem Berufsleben Zeugnisse. Mit Ende des Schulhalbjahres geht ein Pädagoge in Pension, der sein Metier von der Pike auf gelernt hat und 21 Jahre lang als Rektor die katholische Franziskus- Grundschule in Erkelenz leitete.

Heinrich Musch wird am 25. Januar in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.

Heinz, so wird er fast immer gerufen, wurde 1942 im Westerwald in Elkenroth geboren. Er war das älteste Kind in der Bauernfamilie und musste schon früh auch Verantwortung auf dem Hof übernehmen. Da ging es nach dem Schulbesuch oft erst einmal auf das Feld. Einen Traktor hatte die Familie nicht. Mit Pferd und Kuh als Zugpferde musste man auskommen. Und weil dem Hof eine kleine Pension angeschlossen war, gab es dort auch immer Arbeit.

Verantwortung zu tragen begleitete ihn später auch das gesamte Berufsleben. Nach dem Studium an den Pädagogischen Hochschulen in Siegen und Neuss trat der junge Lehrer am 1. April 1968 seine erste Stelle an der Volksschule in Jüchen an und wechselte noch im gleichen Jahr an die soeben eingeführte Hauptschule, später in Hochneukirch.

Nach einer dreijährigen Station als Konrektor in einer Mönchengladbacher Hauptschule wurde er im November 1985 als Konrektor bei Rektor Bock an die katholische Grundschule II in Erkelenz versetzt. Als Willy Stein in den Ruhestand ging, trat er bei der Katholischen Grundschule I, die später den Namen Franziskusschule erhielt, dessen Nachfolge an.

Im Gespräch fiel ihm auf, dass er „eigentlich immer auf Baustellen gearbeitet” hat. Anbauten, Schulvergrößerungen und -veränderungen bis jetzt mit dem Bau der Mensa: Immer begleitete seine Arbeit auch Lärm. In zweierlei Hinsicht, so versicherte Heinz Musch, war er gern Lehrer. Einmal an einer Grundschule, denn es ist toll mit zu erleben, wie Kinder in kurzer Zeit viel lernen und mit Spaß zur Schule gehen und zu erleben, wie junge Menschen Fortschritte machen.

Für ihn war außerdem die Arbeit an einer Bekenntnisschule als einer besonderen Einrichtung wichtig. „Lernen ist Arbeit und Schule mehr als nur Unterricht” war immer seine Überzeugung als Fazit des Berufslebens. Der Abschied bedeutet aber nicht, zukünftig ein geruhsames Pensionärsleben zu führen.

Heinz Musch hat sich zwar ernsthaft vorgenommen, mit Frau Christa auf Reisen zu gehen. Der Vater von drei Töchtern und einem Sohn, alle längst auf eigenen Füßen, weiß, dass sein Frau über den Beginn des neuen Lebensabschnittes froh ist. Aber neben den zwei Enkelkindern gibt es ja noch andere Aufgaben.

Er ist Ratsmitglied für die CDU und Vorsitzender des Bezirksausschusses Erkelenz-Mitte, sowie in vier Ausschüssen und als Vertreter in drei weiteren tätig ist. Daneben hat er noch zwei große Hobbys. Heinz Musch ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Stadtsportverbandes und Vorsitzender des Musikvereins Erkelenz. Und dort wird nicht nur von Erwachsenen musiziert, da nimmt man auch die Förderung des Nachwuchses sehr ernst.

So schließt sich mit den Freizeitaktivitäten auch wieder der Kreis zur Schule, in der Sport, Kunst und Musik nach seiner Vorstellung wieder einen größeren Stellenwert bekommen sollen. Und aus den Wünschen ist - bereits deutlich erkennbar - Wirklichkeit geworden. Mit der Einschulung erhält jedes Kind eine Blockflöte, der Unterricht ist obligatorisch an der Franziskusschule. Und dann gibt es noch eine Bläserklasse. Da wird von Jungen und Mädchen nachmittags auf großen und kleinen Instrumenten unter Anleitung des Dirigenten des Musikvereins kräftig geübt.

Wenn die 310 Kinder, die 22 Pädagogen der Schule, viele Eltern, Bekannte und Prominenz ihn verabschieden, wird Heinz Musch sicherlich an Trude Herr denken: „Niemals geht man so ganz. Irgendetwas von mir bleibt hier, es hat seinen Platz immer bei dir!”