Gangelt: Ein Holzhaus lässt in Gangelt die Köpfe rauchen

Gangelt : Ein Holzhaus lässt in Gangelt die Köpfe rauchen

„Liebe Leute, wo sind wir denn hier?”, platzte dem Hastenrather Ortsvorsteher Hans-Peter Tholen (CDU) der Kragen, nachdem sich der Ausschuss lange beim Thema ,Holzhäuser in Neubaugebieten aufgehalten hatte.

Im Gewerbegebiet „Am Schmitter Weg” in Breberen möchte ein Neubürger aus Gesundheitsgründen ein Holzhaus errichten lassen - im Widerspruch zu den Vorgaben des Bau- und Planungsausschusses. Die betreffende Ratsgruppe stand dem Antrag positiv gegenüber. Dies sorgte für Gesprächsstoff.

Ärger über häufige Ausnahmeregelungen

„Wir machen Beschlüsse und dauernd wird hier etwas geändert”, ärgerte sich Franz van den Eynden (SPD). Auch Ausschuss-Vorsitzender Heinz Huben (CDU) sah den Bau- und Planungsausschuss als überflüssig an, wenn man sich ohnehin nicht an Absprachen hielte.

„Wir hatten besprochen, dass die Bauweise in den Neugebieten einheitlich sein sollte”, sagte Huben. „Ich habe mit einem Holzhaus keinerlei Probleme”, äußerte sich dagegen Bürgermeister Bernhard Tholen.

Es folgte eine lebhafte Diskussion, in die CDU-Fraktionschef Horst Helbig eingriff: „Wenn Abweichungen von unseren Vorstellungen kommen und diese von den betreffenden Ratsmitgliedern vor Ort besprochen wurden und hier keine Einwände kommen, sehe ich auch keine Probleme. Wir werden dann von Fall zu Fall entscheiden.”

„Wenn wir keine Richtlinien vorgeben, baut jeder wie er möchte”, sagte Heinz Huben. „Kreativität gehört doch zu jedem Baugebiet”, konterte Bürgermeister Tholen.

Nachdem es einige Male hin und her ging und Hans-Peter Tholen dazwischenfuhr, wurde dem Antrag zugestimmt. Der Bebauungsplan Nr. 46 „Am Schmitter Weg” wird fortgeschrieben, das Genehmigungsverfahren wird eingeleitet.

Die Anregungen während der Planauslegung des Bebauungsplanes wurden aufgenommen und bearbeitet. Die Personen sowie die Träger des öffentlichen Rechts, die Anregungen gegeben haben, werden über das Ergebnis unter Angabe von Gründen informiert.

In Sachen Bebauungsplan Gewerbegebiet Hoferweg/II wurde der Bürgermeister gebeten, den Entwurf öffentlich auszulegen sowie die beteiligten Träger öffentlicher Belange zu benachrichtigen.

Einstimmig beschlossen wurde im Bebauungsplan 45 „Konzentrationszone für Windenergie Breberen Nord” die 16. Änderung des Flächennutzungsplanes.

Die geplanten zwei Windanlagen verschieben sich etwa 17 Meter nach Süden. Ausdrücklich wurde mitgeteilt, dass nach dieser Verschiebung keinerlei Schattenwurf auftritt.

Für die Wirtschaftswege fehlt das Geld

Für die sanierungsbedürftigen Wirtschaftswege hatte die Gemeinde eine Kostenschätzung in Auftrag gegeben. 461 680 Euro müssten nach der Schätzung investiert werden.

Der dickste Brocken wartet in Schierwaldenrath, hier werden 180 380 Euro gebraucht. „Wenn genügend Geld im Haushalt vorhanden wäre, wäre dies sicherlich ein Thema”, sagte der Bürgermeister.

„Dies heißt jetzt nicht, dass wir die Baumaßnahmen der Wirtschaftswege total zurückstellen. Wenn wir wieder über finanzielle Mittel verfügen, kommen wir auf dieses Papier zurück”, versprach Tholen.

Er bat die Ortsvorsteher, eine Dringlichkeitsliste der gröbsten Schäden mitzuteilen, damit der Bauhof aktiv werden könne.