Kreis Heinsberg: Eigene FH im Kreis Heinsberg ungewiss

Kreis Heinsberg : Eigene FH im Kreis Heinsberg ungewiss

Die Ankündigung der Landesregierung, die Fachhochschul-Landschaft in Nordrhein-Westfalen stärken zu wollen, hat hohe Wellen geschlagen.

Das Land will drei neue Fachhochschulen errichten und weitere fünf Fachhochschulen in die Lage versetzen, ihr Angebot an Studienplätzen erheblich auszuweiten. Dabei stehen die Ingenieurwissenschaften im Vordergrund. Ausdrücklich angestrebt ist eine duale Ausbildung, das heißt eine Fachhochschulausbildung, die sich berufs- oder ausbildungsbegleitend in Unternehmen und an der Fachhochschule vollzieht und die demzufolge sehr praxisorientiert erfolgt.

Auch der Kreis Heinsberg hat eine Bewerbung um eine der Fachhochschulen sehr ernsthaft in Erwägung gezogen. Das Thema wurde im Kreistag ausgiebig diskutiert. Die Kriterien für den Wettbewerb wurden auf den Kreis Heinsberg angewendet und geprüft. Kreisverwaltung und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) haben unverzüglich das Gespräch mit den benachbarten Fachhochschulen Aachen und Niederrhein gesucht.

Gemeinsam mit den Fachhochschulen und den Städten und Gemeinden des Kreises wurde ausführlich besprochen, wie sich der Kreis Heinsberg in dieser Frage am günstigsten positioniert. Alle Überlegungen in diesem Zusammenhang müssen sich am aktuellen und künftigen Bedarf der regionalen Wirtschaft orientieren.

Nur wo dieser in einer Größenordnung von nachhaltig 2500 Studierenden belegt wird, macht nach den Vorgaben des Landes ein neuer Fachhochschulstandort Sinn. Dies werde im Kreis Heinsberg kaum darstellbar sein, teilte die WFG mit.

Sinn macht es laut WFG aber dennoch, den aktuellen und künftigen Bedarf der regionalen Wirtschaft zu ermitteln: Zum einen stellt schon das Leitbild des Kreises Heinsberg fest, dass es angesichts der demografischen Entwicklung den Unternehmen im Kreis immer schwerer fallen wird, junge, gut ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Es wurde dort darauf hingewiesen, dass man zur Kompensation von Bildungsmigration im Rahmen akademischer Ausbildungswege neue Wege prüfen muss: Insofern leistet die ausbildungs- oder berufsbegleitende duale Fachhochschulausbildung einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung. Sie versetzt Unternehmen in die Lage, qualifiziertes Personal für den eigenen Bedarf zu entwickeln und frühzeitig an sich zu binden.

Zum anderen besteht im günstigsten Fall auch die realistische Möglichkeit, dass bei nachgewiesenem nachhaltigem Bedarf und einer entsprechenden Selbstverpflichtung der Unternehmen im Kreis Heinsberg hier auch akademische Strukturen entstehen können, wie zum Beispiel sogenannte An-Institute, denn der Landeswettbewerb verfolgt ja auch das Ziel, bestehende Fachhochschulen auszubauen und die räumlichen Studienbedingungen zu verbessern.

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