Kreis Heinsberg: „Eiertanz erster Güte” oder „Beerdigung zweiter Klasse”

Kreis Heinsberg : „Eiertanz erster Güte” oder „Beerdigung zweiter Klasse”

Bleiben die Finanzämter Erkelenz und Geilenkirchen letztlich doch erhalten oder werden sie fusionieren müssen, vielleicht sogar an einem Standort (in Heinsberg oder Hückelhoven)?

Wie ausführlich und aktuell nach der Kreistagssitzung in dieser Woche berichtet, hatte der nordrhein-westfälische Finanzminister Dr. Helmut Linssen in einem Antwortbrief an Landrat Stephan Pusch - nach einer SPD-Anfrage zum Sachstand des Verfahrens - erklärt, in der Standortfrage der Finanzämter im Kreis Heinsberg sei eine abschließende Entscheidung bislang noch nicht getroffen worden.

Die Prüfungen des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW seien noch nicht abgeschlossen. Nach einer ersten, überschlägigen Kalkulation werde für die einzelnen Standorte insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Liegenschaftssituation noch einmal genauer überprüft.

„Wir hätten bereits im Dezember eine Resolution zum Erhalt der Finanzamtsstandorte beschließen sollen”, sagte SPD-Fraktionschef Heinz Hensen nach der Kreistagssitzung. Die SPD hatte seinerzeit - vergeblich - eine solche Resolution gefordert.

„Wie richtig das war, zeigt die Antwort des Finanzministers, der einen Eiertanz erster Güte hinlegt. Der Kreistag hätte sich bereits letztes Jahr eindeutig positionieren müssen”. Hensen geht aber davon aus, dass die beiden Standorte erhalten bleiben können. Denn in dem Brief heiße es unter anderem, die örtlichen Aspekte besonders im ländlichen Raum müssten in die Überlegungen mit einbezogen werden, ebenso wie die Bürgerorientierung und die Verkehrsanbindungen im Kreis.

Kenne man die Möglichkeiten, mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von Wegberg nach Heinsberg zu gelangen, wisse man, dass das Schreiben aus Düsseldorf „eine Beerdigung zweiter Klasse” für das Vorhaben aus Düsseldorf gewesen sei, die Finanzämter Erkelenz und Geilenkirchen an einem neuen Standort im Kreis zusammenlegen, ließ SPD-Unterbezirksvorsitzender Norbert Spinrath verlauten. „Auf der Grundlage aller Daten wird der Finanzminister keine andere Entscheidung treffen können. Wir freuen uns für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Heinsberg.”