Wassenberg-Steinkirchen: Ehrwürdige St.-Martinus-Kirche als Ort der Kultur

Wassenberg-Steinkirchen : Ehrwürdige St.-Martinus-Kirche als Ort der Kultur

Mit „A-capella-Chormusik” aus fünf Jahrhunderten steht beim „Sommerkonzert” am Sonntag, 13. Juli, 17 Uhr, in St. Martinus Steinkirchen eine kirchenmusikalische Kostbarkeit bevor.

Es musizieren der Kirchenchor St. Martin Orsbeck-Luchtenberg mit 40 Mitgliedern und die Chorgemeinschaft St. Marien Bonn-Mitte mit 25 Mitgliedern unter Leitung von Vincent Heitzer.

Die Chöre werden sowohl getrennt als auch gemeinsam zu hören sein. Vincent Heitzer, der aus Dremmen stammt, war von 2001 bis 2004 Kirchenmusiker an der Propsteikirche St. Georg in Wassenberg.

Seit 2001 leitet er den Kirchenchor St. Martin Orsbeck. Seit 2006 ist er Seelsorgebereichsmusiker für den Pfarrverband Bonn-Innenstadt und damit verantwortlich für die Musik in den katholischen Innenstadtkirchen der Bundesstadt Bonn.

Der Orsbecker Kirchenchor und der Bonner St.-Marien-Chor singen zum ersten Male gemeinsam. Das Konzert in Steinkirchen ist Höhepunkt einer Tagesfahrt des Bonner Chores ins Rurland.

Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Christopher Tye, Thomas Tallis, Hans-Leo Hassler, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Anton Bruckner, Max Reger und Benjamin Britten. Der Einritt ist frei. Es wird allerdings um eine großzügige Spende am Ende des Konzertes gebeten.

Gute Beispiele

Mit diesem „Sommerkonzert” wird ein weiterer Schritt getan, nach den aufwendigen baulichen Restaurationen mit öffentlichen Mitteln vor einigen Jahren die Martinus-Kirche nicht nur als Bauwerk zu erhalten, sondern sie im Sinne von „Kultur” für besondere Anlässe auch zu nutzen.

Die Männergesangvereine Wassenberg 1860 und Karken, die Schützenbruderschaft St. Martinus Steinkirchen-Effeld zusammen mit dem Instrumentalverein Effeld bei der Messgestaltung zur Effelder Kirmes sowie die Folkloregruppe aus Kiew gingen schon wiederholt beispielhaft voran.

Auch die alljährliche Totenmesse am Allerseelensonntag in diesem Gotteshaus, das von einem denkmalgeschützen Kreuzweg auf dem uralten Friedhof umgeben ist, zeigen die besondere meditative Bedeutung des Ortes.

Die Steinkirchener Martinus-Kirche und die Orsbecker Martinus-Kirche gehören zusammen mit der 1860 abgebrochenen Birgelener Bergkirche zu den ältesten Kirchengründungen im Rurtal, die auf fränkische Saalkirchen zurückgehen.

Um das Jahr 100 folgte die „steinerne Kirche”, die im Langschiff-Bereich 1871 abgebrochen wurde. Der spätgotische Kirchturm blieb erhalten. Er wurde inzwischen auch restauriert.

Das neue Langschiff erbaute der Kölner Kirchenbaumeister Witthase, der besonders für ihre gute Akustik bekannte Kirchen auch in Bonn und anderswo (Waldniel) erbaute.

Die „Sommerkirche” mit ihrem „Sommerkonzert” weist weiterhin einen Weg, dieses „Steinkirchen an der Rur” nicht aufzugeben, sondern auch im kulturellen Bereich sinnvoll zu nutzen.