Kreis Heinsberg: Ehrenamtliche Kräfte mit Caritas unterwegs

Kreis Heinsberg : Ehrenamtliche Kräfte mit Caritas unterwegs

50 ehrenamtliche Mitarbeiter waren einer Einladung der Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes für die Region Heinsberg zur Veranstaltung „Mit Caritas unterwegs“ gefolgt. Der Tag sollte einerseits Dankeschön und Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement sein.

Er sollte aber andererseits auch dazu dienen, den ehrenamtlichen Caritasmitarbeitern Einblicke in die vielfältigen und unterschiedlichen Angebote des regionalen Caritasverbandes und deren Kooperationspartner zu bieten.

Zuerst wurde der Wassenberger Pilgerweg St. Marien besichtigt — als Beispiel für ein gelungenes Projekt eines hoch motivierten und engagierten Ehrenamt-Teams. Der Pilgerweg spricht über die Grenzen der Pfarrei Wassenberg hinaus Menschen an und lädt sie ein, sich den ein- oder zweimal im Jahr wechselnden Themen auf dem Weg zu widmen und sich über spirituelle Orte in der Gemeinschaft der Gemeinden zu informieren. Dazu stehen ein Flyer und ein Begleitheft zur Verfügung.

Nach dem Mittag stand dann der Schulbauernhof in Gangelt-Birgden auf dem Programm. „Dass es den Schulbauernhof hier gibt, wissen die wenigsten“, sagte Gemeindesozialarbeiterin Bärbel Windelen. Die Führung überließ sie dem Sonderpädagogen Michael Dohmen und dem Sozialarbeiter Daniel Esser, die mit Tierpflegerin Bianca Wolf das Team des Schulbauernhofes bilden. Die Zuhörer erfuhren zunächst, dass der Schulbauernhof ein Gemeinschaftsprojekt der Janusz-Korczak-Schule (Förderschule des Kreises mit dem Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung), des Caritasverbandes als Träger und dem Jugendamt des Kreises Heinsberg ist.

„Wir sind eine Jugendhilfe- und gleichzeitig eine Schuleinrichtung für Schüler mit Problemverhalten an ihrer Schule, ein Hilfeangebot, bevor die Schulpflicht aufgehoben wird“, ­erklärte Dohmen. Den Schulbauernhof gebe es seit April 2012. Seitdem seien 150 Schüler durch die Maßnahme gebracht und das Ruhen der Schulpflicht verhindert worden. Zweimal sei dies nicht gelungen, räumte Dohmen ein. Der Schulbauernhof biete maximal acht Schülern einen Platz. Zielgruppe seien in der Vergangenheit Jugendliche (bis Ende 16 Jahre) ­gewesen. „Mit Abschaffung der Förderschulen hat sich das geändert. Wir nehmen vermehrt Grundschüler auf“, so Dohmen. Der jüngste Schüler sei aus der ­ersten Klasse.

Jeder Schüler bleibe so lange wie er bleiben müsse, meist jedoch nicht länger als drei Monate. Jeder Schüler müsse sich zehn Tage in Folge an die Regeln halten, dann könne er wieder in die Schule gehen. Die Regeln seien ganz einfach und besagten, dass man morgens um 9 Uhr kommen und bis zum Schluss um 14 Uhr bleiben müsse, keine Drogen konsumieren und keine Gewalt ausüben dürfe sowie seine Arbeiten beginnen und mindestens zehn bis 15 Minuten durchhalten sollte.

Arbeiten könnten die Schüler in den Bereichen Tierhaltung und -pflege, Garten- und Landschaftspflege, Küche und Hauswirtschaft sowie Hausmeister- und Handwerkstätigkeiten. Neben der Vermittlung der lebenspraktischen Schulinhalte gebe es ein gemeinsames Mittagessen. Da würden die Kinder Gemeinschaft erleben und soziale Fähigkeiten einüben.

Um sich ein Bild von Gebäude und Gelände zu machen, durften die ehrenamtlichen Caritas-Mitarbeiter den gesamten Schulbauernhof besichtigen, einen Blick ins Esszimmer, die Küche, das Spielzimmer, das Büro- und Lehrerzimmer oder den Streitklärungsraum werfen, den Mastschweinen, Ziegen und Hühnern einen Besuch abstatten sowie die Obstbäume begutachten.

Zurück beim Caritasverband in Heinsberg, entließ ein geistlicher Impuls zum Abschluss die Teilnehmer, die diesen Tag als sehr schön und informativ empfunden hatten.

Mehr von Aachener Nachrichten