Heinsberg: Ehemaliger Chefarzt des Krankenhauses stellt eigene Zeichnungen aus

Heinsberg : Ehemaliger Chefarzt des Krankenhauses stellt eigene Zeichnungen aus

21 Jahre lang war er Chefarzt der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses in Heinsberg, doch dass er mit einem Pinsel ebenso sicher umzugehen versteht wie mit dem Skalpell, haben wohl nur wenige Kollegen und Patienten gewusst.

Dabei wurde Dr. Georg Bauer die Neigung zur künstlerischen Betätigung beinahe schon in die Wiege gelegt, denn auch seine Mutter besaß eine gestalterische Ader. Im Gegensatz zu Georg Bauer, der sich für ein Medizinstudium entschied, setzte sie ihre Fähigkeiten sogar beruflich um und wurde Kunstgewerbelehrerin. Auf dem Flur der Inneren Abteilung können neun seiner Werke mit dem Titel „Irrgärten” bewundert oder gleichsam kritisch beäugt werden.

Dass das zeichnerische Schaffen des Mediziners - abgesehen von einer Ausstellung in der Galerie Iris Albers - eher im Verborgenen blüht, liegt nicht etwa an der bescheidenen Qualität seiner Arbeiten. Bauer ist vielmehr kein Freund großer Publicity.

„Ich male nicht für Ausstellungen, sondern ausschließlich für mich. Es ist mir eine Passion und bereitet mir Freude und Befriedigung”, erklärt er bei der Präsentation im Beisein von Krankenhaus-Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders und Bürgermeister Josef Offergeld als Chef des Verwaltungsrates der Klinik.

Meist werde ein Bild nach seiner Fertigstellung einfach „weggelegt”. Die Bilder, die im Krankenhaus zu sehen sind, entstanden zwischen 2007 und 2009. „Erst nach der Pensionierung Ende 2003 bin ich wirklich zum Malen gekommen. Früher hatte ich höchstens im Urlaub einmal Zeit dazu.”

Einen besonderen Grund für den Titel „Irrgärten” gebe es nicht, so Bauer. Dahinter stecke eine gewisse gartenarchitektonische Planung. „Es gibt zu jedem Thema ein Konzept, aber die Ausführung ist dann größtenteils intuitiv.” 70 bis 80 Skizzen entstünden so im Monat, die zum Teil wieder verworfen würden. Das Spektrum reiche von figurativ bis zur Farbkomposition. „Ich bin heute so mit der Kunst verwachsen wie früher mit der Medizin”, sagt Bauer. Dennoch möchte er „die Bilder nicht so hochhängen”.

Selbiges besorgte nun jedoch das Krankenhaus, das sich über das Geschenk seines früheren Chefarztes freut. „Als der Flur im Frühjahr gleich nach der Sanierung so leer war, kam mir die Idee, Dr. Bauer, dessen Arbeiten ich schon kannte, zu fragen, ob er uns einige überlassen würde”, sagt Schröders.

Und dass dieser sich dann nicht lange bitten ließ, erfreut auch den Bürgermeister, der die immer noch bestehende Verbundenheit mit dem Krankenhaus lobt.