Eberhard Gienger half die Tränen trocknen

Eberhard Gienger half die Tränen trocknen

Berlin / Erkelenz. Im ersten Moment nach der Verkündung der Sieger und Platzierten gab es einige Tränen bei der Turnriege des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz.

Beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia” am Donnerstagnachmittag in Berlin hatte es wieder „nur” zu einem vierten Platz gelangt. Allzu gerne wären die fünf 13- bis 16-jährigen Mädchen in der Schöneberger Sporthalle aufs Treppchen geklettert. Doch es sollte nicht sein.

Dann kehrte auch bei ihnen die Zufriedenheit über das Ergebnis ein, die bei Trainerin Rita Hündgen und Betreuerin Birgit Jessen schon unmittelbar nach dem Wettkampfs vorhanden war.

„Die Mädchen haben sich wacker geschlagen”, meinte Rita Hündgen, „der vierte Platz in diesem Jahr ist höher zu bewerten als der im letzten Jahr.

Immerhin waren wir in diesem Jahr die Jüngsten in der Wettkampfklasse II.” Sie und Birgit Jessen, die die Mädchen beim ETV als Trainerin unter die Fittiche hat, waren stolz auf die Truppe.

Gerechnet hatte Rita Hündgen mit Platz sechs im Endklassement. Dass hinter dem Theodor-Fontane-Gymnasium aus Strausberg in Brandenburg mit 104,30 Punkten, dem Karthause Gymnasium Koblenz (102,65) und der Jan-Amos-Comenius-Mittelschule Chemnitz (101,40) ein gemeinsamer vierter Platz mit dem Gymnasium Bad Aibling aus Bayern mit 99,75 Punkten heraussprang, hat ihre Erwartungen übertroffen.

Sie würdigte die Mannschaftsleistung, die Monika Rausch, Ruth Reiners, Linnea Schöpfs, Anna Savvaidis und Cynthia Gaidzik vollbracht haben. „Jede hat für die anderen mit gekämpft.”

Einen besonderen Lohn für diesen Kampf gab es für Ruth Reiners, die am Schwebebalken eine der seltenen Höchstnoten von 7,00 erturnte.

In der Einzelwertung wurde sie Siebtbeste und durfte dafür am Schauturnen teilnehmen, das am Abend bei der großen Abschiedsfeier von „Jugend trainiert für Olympia” im Velodrom stattfand.

Dort turnte ebenfalls Linnea Schöpfs mit, deren atemberaubende Übung am Stufenbarren einer der Höhepunkte des Wettkampfes war. Zu dieser Leistung gratulierte auch der ehemalige Turnweltmeister Eberhard Gienger.

Lange Zeit hatte die Cusanus-Riege sogar mit dem dritten Platz geliebäugelt, nachdem sie ein falsches Zwischenergebnis der Konkurrenz erhalten hatte. Danach wäre der dritte Platz drin gewesen, wenn die Vorstellung beim Sprung besser benotet worden wäre.

Hier haderten die Turnerinnen aus Erkelenz ein wenig mit der Notengebung; einige Zehntel mehr hätten es schon sein können. Wie sich jedoch anschließend herausstellte, hätte selbst eine bessere Bewertung in dieser Disziplin nicht für Rang drei ausgereicht.

Die Turnerinnen waren nicht allein in Berlin. Nicht nur einige Eltern waren als Schlachtenbummler mitgekommen, auch fand sich Bürgermeister Erwin Mathissen gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen sowie Josef Füßer, dem Werbeleiter der Kreissparkasse Heinsberg, und der Beauftragten für den Schulsport im Kreis Heinsberg, Petra Hanßen, in der Halle ein.

Sie feuerten die Mädchen nicht nur an, sie hatten auch Präsente mitgebracht. So gab es vom Bürgermeister für die Schülerinnen und ihre Lehrerin nach der Siegerehrung Halstücher mit dem Erkelenzer Stadtwappen und einen Geldbetrag zur Finanzierung der kleine, internen Feier.

Gutscheine für Sportartikel stellte die Kreissparkasse den erfolgreichen Cusanus-Schülerinnen zur Verfügung.

Jetzt peilt die Lehrerin mit den Schülerinnen das nächste Jahr und den nächsten Wettbewerb an. Dann haben sie mehr Erfahrung in der neuen Klasse und mit den damit verbundenen höheren Schwierigkeiten.

Das ist nämlich das große Plus der Cusanus-Riege: Alle fünf Mädchen, könnten, wenn sie denn wollten, auch noch im nächsten Jahr an den Start gehen. Und drei Mal hintereinander an „Jugend trainiert für Olympia” teilgenommen zu haben, das haben nicht viele geschafft. Vielleicht ist diese Perspektive der Ansporn, der die wenigen Tränen vergessen lässt.