Heinsberg-Lieck: Duschen nach dem Spiel - Fehlanzeige

Heinsberg-Lieck : Duschen nach dem Spiel - Fehlanzeige

„Des einen Freud, des anderen Leid”, heißt es. Wie wahr, wird Thorsten Schons denken. Ist der Ausbau des Lago Laprellos zum schmucken Freizeit- und Erholungsgebiet für die meisten Bürger der Kreisstadt zweifellos ein planerisches Highlight mit Wohlfühlgarantie, so erlebt der 1. FC Heinsberg-Lieck dadurch offenbar vor allem die Schattenseiten.

Die Zahl der Einbrüche und Zerstörungen habe dramatisch zugenommen, sagt Schons.

„Vor der Neugestaltung des Lago-Geländes gab es vor etlichen Jahren - mindestens zehn - hier den letzten Einbruch.” Doch mit dieser beschaulichen Ruhe sei es nun vorbei. „Mit dem Ausbau des Lagos zur Freizeitregion im Jahr 2009 wurde der vorhandene Zaun und der Pflanzenbewuchs bei Arbeiten beschädigt und teilweise entfernt”, erzählt er.

Die großen Pappeln seien in den Maschendrahtzaun gefallen. Gekümmert habe das jedoch niemanden. „Dadurch ist das Sportgelände von der Seeseite ungesichert und für jeden zu betreten. Dazu kommt eine bewusst offen gelassene Stelle, die von den Triathleten genutzt wird. Von der Tennisanlage her wurden auch die Zäune zerschnitten. Wir erleben, dass aus einem Sportgelände eine Partylocation mit Lagerfeuer, Saufgelage und ein Hundeklo gemacht wird.”

Sämtliche Begleiterscheinungen inbegriffen. „Wir sind hier schon morgens angekommen, da lagen die Leute noch neben einem niedergebrannten Feuer in ihren Schlafsäcken.”

Ein desaströser Höhepunkt sei die Zerstörung der Rasenfläche durch ein „Schleudertraining” mit Autos gewesen. „Seitdem die Taucher vom TuS Oberbruch hier ihr Domizil aufgeschlagen und sich bei der Stadt stark gemacht haben, funktioniert zumindest die Toranlage wieder.” Ein erneutes „Schleudertrauma” werde es daher für den Verein wohl nicht geben.

Der letzte Einbruch, der für Schons das Fass zum Überlaufen brachte, ereignete sich am 30. Juli. „An der Dusch- und Heizungsanlage sind nahezu alle Kupferrohre entfernt worden. In passende Stücke geschnitten und gebündelt lag schon alles auf den Containern, die von den Tauchern genutzt werden, zum Abtransport bereit. Entweder sind die Täter gestört worden oder sie wollten noch einmal wiederkommen.”

Fließendes Wasser zum Duschen oder eine funktionierende Toilette suche man seitdem auf dem Vereinsgelände vergeblich. „Wir hatten schon drei Pokalspiele hier ohne Toilette - und das bei bis zu 350 Zuschauern. Wenigstens die Damen konnten nebenan zum Zollsportverein gehen. Die Herren haben da wohl die Bäume gedüngt. Es ist ein unhaltbarer Zustand.”

Natürlich ist Schons bewusst, dass das der Stadt Heinsberg gehörende Gelände und Gebäude vom Verein kostenlos genutzt werden darf, dennoch fühle sich der Verein alleingelassen. „Die Behörden geben einem das Gefühl, als ob wir die Verursacher dieser Probleme sind. Der Verein fordert ja immer!” Johannes Rongen, zuständig für die Gebäudewirtschaft der Stadt Heinsberg, sei der Erste gewesen, „der auch mal persönlich rausgekommen ist”. Aber passiert sei bislang nichts.

„Unser Wunsch wäre, dass man die Seeseite wieder richtig sichert, so wie es in Kirchhoven, Oberbruch und Dremmen der Fall ist, nicht bloß mit einem Maschendrahtzaun, sondern mit einem stabilen Sicherheitszaun.”

Den Vorwurf der Untätigkeit seiner Verwaltung weist Bürgermeister Wolfgang Dieder energisch zurück. „Ich war bei einem der letzten Spiele im Kreispokal selbst vor Ort auf dem Platz. Da hätte man mich auf die Probleme ansprechen können.”

Außerdem habe Johannes Rongen den FC-Geschäftsführen sage und schreibe fünfmal angerufen, ohne ihn zu erreichen. Wäre er ans Telefon gegangen, so hätte Schons erfahren können, dass schon heute mit den Arbeiten an der Dusch- und Heizungsanlage begonnen wird. „Und das unabhängig vom Anruf der Zeitung”, betont Dieder.

Auch zur Frage des geforderten Sicherheitszauns kann sich der Verwaltungschef nur wundern. „Im Laufe des Haushaltsjahres können wir uns keine 60.000-Euro-Investition aus den Rippen schneiden, darüber ist auch Herr Schons informiert worden.” Dennoch sei die Errichtung des Zaun in absehbarer Zeit geplant.