Drogenabhängiger Dieb gesteht

Drogenabhängiger Dieb gesteht

Geilenkirchen / Heinsberg. Zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung verurteilte das Schöffengericht Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz einen 29-jährigen Heinsberger.

Der aus Russland stammende Angeklagte, der sich seit 20 Monaten in Deutschland aufhält, war wegen Einfuhr von Heroin und vier Diebstählen angeklagt. „Eine Vielzahl von Gegenständen aus den Diebstahls-Taten ist sicher gestellt worden. Hier kann nicht von gewerbsmäßigem Diebstahl die Rede sein”, begründete der Richter das Urteil.

Zu Gunsten des Angeklagten spreche das umfassende Geständnis und seine Drogenabhängigkeit. Er werde der Bewährungshilfe unterstellt und gleichzeitig aufgefordert, innerhalb von drei Wochen nach Rechtskraft des Urteils nachzuweisen, dass er zumindest eine Drogentherapie in die Wege geleitet habe.

Der Angeklagte war nach dem vierten Diebstahl innerhalb kurzer Zeit am 8. April in Heinsberg mit fünf Jeanshosen auf offener Straße von der Polizei erwischt worden. Er gestand, bekämpfte mit einem neuntägigen Methadonprogramm während der Untersuchungshaft seine Heroin-Abhängigkeit, nachdem er schon im Dezember 2003 einen ersten Anlauf gemacht und Kontakt mit der Drogenberatungsstelle des Kreises Heinsberg aufgenommen hatte.

20 Straftaten

Vor Gericht gestand der Angeklagte erneut die Straftaten: „Ich habe pro Woche ein Gramm Heroin benötigt, deshalb bin ich öfters nach Sittard gefahren, manchmal auch, um ein Viertel Gramm Heroin zu kaufen.” Mit dem Dealer sei auch vereinbart worden, dass neben Bargeld gestohlene Bekleidung als Gegenwert für das Heroin angenommen würde. Der Wert der Kleidung sei mit einem Sechstel des Verkaufspreises angerechnet worden.

„Der Angeklagte, das hat die Hauptverhandlung ergeben, hat vier Diebstahls-Taten und 20 Mal die Einfuhr von Heroin in der Zeit von September 2003 bis Ende März 2004 begangen”, erklärte Staatsanwalt Dennis Bäcker in seinem Plädoyer.

Die letzten drei Diebstähle seien gewerbsmäßige gewesen, denn damit sei die Heroinsucht finanziert worden. Es handele sich um eine harte Droge und um immerhin 20 Taten innerhalb kurzer Zeit. „Ich beantrage ein Jahr und zwei Monate Freiheitsstrafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden können.”

Es sei nicht erkennbar, dass sich der Angeklagte ernsthaft um einen Therapie-Versuch bemüht habe. Er sei arbeitslos und völlig auf sich allein gestellt. Das sah Strafverteidiger Ulrich Gleißner anders: „Hier von gewerbsmäßigem Diebstahl zu sprechen, halte ich weit hergeholt.”

Der Aspekt des Gewinnstrebens fehle völlig. Vielmehr habe der Angeklagte nur seine Abhängigkeit finanziert. Im übrigen habe der Angeklagte ohne Not ein umfassendes Geständnis abgelegt und dadurch zur Aufklärung verschiedener Straftaten beigetragen. „Ich beantrage ein mildes Urteil.”