Heinsberg: Drei von zwölf Schulstandorten werden geschlossen

Heinsberg : Drei von zwölf Schulstandorten werden geschlossen

Der Heinsberger Rat entschied sich in seiner Sitzung mit der Stimmenmehrheit von CDU und Grünen für die Schließung der Grunschulen in Kempen, Unterbruch und Porselen. Die betroffenen Schüler sollen in Zukunft auf andere Standorte verteilt werden. Die Freien Wähler stemmen sich gegen Beschluss und hoffen auf ein Bürgerbegehren.

Drei ihrer bisher zwölf Grundschul-Standorte wird die Stadt Heinsberg zum Ende des laufenden Schuljahres aufgeben. Das hat der Stadtrat einer Empfehlung des Schulausschusses folgend mit der Mehrheit der Stadtverordneten von CDU und Bündnis 90/Die Grünen beschlossen.

Bei der Entscheidung über die Aufgabe der Standorte Kempen und Unterbruch stimmten die beiden CDU-Stadtverordneten Ralf Baumann, zugleich Ortsvorsteher in Kempen, und Josef Hansen, Ortsvorsteher in Unterbruch, jedoch gegen den Vorschlag der Verwaltung. Bei der Entscheidung über die Schließung des Standortes Porselen enthielten sich beide der Stimme.

Die Kinder aus Unterbruch sollen künftig die Sonnenscheinschule in der Innenstadt besuchen, die Kinder aus Kempen sollen in Karken und die aus Porselen in Randerath beschult werden. Für alle drei Standorte bestand schon zuvor ein Verbund mit der jeweiligen Grundschule, die jetzt die Kinder aufnehmen wird.

Für die CDU hatte Guido Rütten vor der Abstimmung in einer zeitweise recht hitzig geführten Diskussion noch einmal die Standpunkte seiner Partei dargelegt, wie er es auch bereits in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses getan hatte. „Wir entscheiden uns für die Schulschließungen, weil wir viel zu hohe Ausgaben für städtische Immobilien haben, weil wir zu viele Schulen haben, weil wir zu wenige Schüler an einzelnen Schulen haben und weil wir vorhandene, größere Schulgebäude nutzen wollen.“

Für den Schulverbund Grebben/Schafhausen werde ebenfalls eine neue Lösung „angebahnt“. Für alle Kinder werde zudem eine Beförderungsregelung gefunden, die sie sicher und pünktlich zur Schule bringe.

Für die SPD bemängelte Ralf Herberg ein fehlendes Konzept und mangelnde Transparenz in Bezug auf notwendiges Zahlenmaterial als Grundlage für eine Entscheidung. „Wir sind der Auffassung, dass die meisten Zahlen und Berechnungen erst sukzessiv erstellt und bearbeitet worden sind“, erklärte er. Auch er betonte, dass die Schließung von Grundschulstandorten im Zuge von Konsolidierungsmaßnahmen notwendig sein werde. „Dies muss den Bürgerinnen und Bürgern nur transparent und neutral dargelegt werden.“

Willi Mispelbaum (Bündnis 90/Die Grünen) sprach für die Schließungen, weil dies eine Entscheidung im Sinne der gesamten Stadt Heinsberg sei. Die Kinder würden auch später noch davon profitieren, weil dann der Schuldenberg niedrig sei. Die FDP sei bereit, die Entscheidung mitzutragen, aber nicht in dieser Form, forderte Daniel Stolz wie bereits Herberg (SPD) mehr Transparenz. Schließlich machte auch Sascha Mattern (Freie Wähler) seinem Ärger über die bevorstehende Entscheidung Luft und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es jetzt ein Bürgerbegehren gegen die Schließung der drei Grundschulstandorte geben möge.

Zum Ende der Debatte erklärte dann auch Hans-Josef Voßenkauf (SPD), dass auch er über kein „halbgares Ding“ entscheiden wolle und behielt sich vor, dass gesamte Verfahren der Entscheidungsfindung rechtlich überprüfen zu lassen.

(anna)