Kreis Düren: Drei Projekte sollen den Berufseinstieg erleichtern

Kreis Düren : Drei Projekte sollen den Berufseinstieg erleichtern

Der Weg ins Berufsleben verläuft nicht immer geradlinig. Es gibt manchmal Gabelungen, steinige Abschnitte und Hindernisse, die womöglich aus eigener Kraft nicht überwunden werden können. Damit der Weg nicht zu einer Sackgasse wird, sind verlässliche Partner und Begleiter gefragt.

„Es ist gut, dass sich im Kreis Düren Strukturen und Kooperationen gebildet haben, die jungen Menschen helfen, ihren Weg zu gehen“, sagte der Dürener Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (SPD) bei einem Besuch der gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Low-tec in Düren. Er überbrachte die Zusage, dass das Bundesarbeitsministerium gleich drei arbeitsmarktpolitischen Projekten eine Förderzusage erteilt hat.

Nuran Joerißen von der Low-tec, Jobcom-Leiterin Martina Forkel und weitere Vertreter von Projektpartnern stellten die einzelnen Konzepte vor. Etwa fünf Millionen Euro sind für drei Jahre Arbeit im Kreis Düren und der Städteregion Aachen eingeplant, abzüglich des zu leistenden Eigenanteils stammt ein Großteil der Summe aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Das Projekt „Welt als Lernen für meine Zukunft“ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsenen, die noch keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben. Sie sollen unter pädagogischer Begleitung die notwendige Reife entwickeln, ihr Selbstbewusstsein soll gestärkt werden. Ein Vorgängerprojekt habe mit diesem Ansatz bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Beim Projekt „kultursensible Berufsgrundqualifizierung und Integration im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe“ arbeiten das Krankenhaus Düren, die LVR-Klinik und die Low-tec zusammen, um einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken . Um einen steigenden Bedarf zu decken, sollen Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufe integriert werden, die auf dem Arbeitsmarkt aufgrund schlechter Bildungsabschlüsse oder anderer Hemmnisse benachteiligt sind. „Solche Projekte sind ein wichtiger Baustein sowohl der Integration als auch der Fachkräftesicherung“, bilanzierte Liesel Koschorreck (SPD), Aufsichtsratsvorsitzende des Dürener Krankenhauses.

Das Projekt „Vorerfahrungen sichern — Teilhabe ermöglichen“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorerfahrungen von Flüchtlingen und Asylbewerbern für den deutschen Arbeitsmarkt zu sichern und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. „Arbeit und neue soziale Kontakte eröffnen neue Perspektiven“, ist Nuran Joerißen überzeugt. Der Politik gab sie mit auf den Weg, sich dafür einzusetzen, Flüchtlingen, die nach einer Ausbildung in Deutschland arbeiten möchten, dies auch bei einer Ablehnung des Asylantrags zu ermöglichen.

Dietmar Nietan zeigte sich erfreut, dass mit den drei Projekten die „bereits guten Strukturen gefestigt werden“. Er schreckte nicht davor zurück, auch Kritik an der eigenen Berufsgruppe zu üben. „Politik macht sich etwas vor. Wir müssen anerkennen, dass es eine Daueraufgabe ist, junge Erwachsene auf ihrem Weg in die Ausbildung und oft schon auf ihrem Weg zum Schulabschluss stärker zu unterstützen“, sagte er. Dafür seien beständige Strukturen und langfristige Hilfsangebote wichtiger als der bislang von der Politik verfolgte ein Ansatz, sinnvolle Projekte meist zeitlich zu beschränken. „Wir müssen das Rad nicht immer neu erfinden“, sagte Nietan. Nicht nur an dieser Stelle gelte es, dicke Bretter zu bohren.