Kreis Heinsberg: Diskussion um den Discobus

Kreis Heinsberg : Diskussion um den Discobus

Eine turbulente Diskussion entbrannte im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags um das Thema „Discobus”. Anlass war die Präsentation von Udo Winkens, Bereichsleiter Verkehr im Unternehmen West Energie und Verkehr als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Kreis Heinsberg.

Er präsentierte eine neue, erweiterte Streckenführung eines Discobusses, der derzeit zwischen Jülich und Himmerich verkehrt und von der Dürener Kreisbahn (DKB) betrieben wird.

Schon im November 2002 hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Schreiben an den Ausschussvorsitzenden Dr. Gerd Hachen gefordert, mit der DKB in Verhandlungen zu treten und durch einen Linienänderung zu erreichen, dass zumindest das Stadtgebiet Hückelhoven wieder mit einem Discobus versorgt werden könne.

Nach einer Beratung Ende Februar hatte der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, das Unternehmen West mit entsprechenden Analysen zu beauftragen.

Es gebe derzeit eine „unkomfortable bis gar keine Erreichbarkeit” von Diskotheken mit dem ÖPNV, konstatierte Winkens. Ein Busverkehr sei nur zwischen Jülich und Himmerich eingerichtet, jeweils freitags mit zwei Hin- und zwei Rückfahrten. Damit werde eine Kostendeckung von 50 Prozent erreicht. Das Defizit von 12.600 Euro jährlich trage der Kreis Düren.

Die DKB sei bereit, die Linienführung zu ändern, so dass der Bus künftig nicht mehr in Brachelen und Hilfarth, sondern in Rurich, Baal, Doveren und im Osten von Hückelhoven halte, bevor er zur Diskothek Himmerich fahre. Fünf Kilometer weiter sei diese Strecke, was zehn Minuten Fahrzeit mehr benötige. Die Kosten für die erweiterte Linie:1500 Euro pro Jahr. Ulrich Horst (Grüne) forderte ebenso wie Vertreter der SPD, das Angebot sofort anzunehmen.

Horst Wamper (CDU) hielt dagegen, dass es in seiner Fraktion noch Beratungsbedarf gebe und zudem bereits Taxiunternehmen aktiv seien. Andere Stimmen aus der CDU mahnten an, dass es eine kreisweite Lösung der Problematik geben müsse.

Schließlich folgten alle Beteiligten dem Vorschlag von Dezernent Josef Nießen, alles Weitere in der interfraktionellen Arbeitsgruppe zu beraten, die mit der Aufstellung des neuen Nahverkehrsplans befasst ist, der im September beraten werden soll. Die Aktivitäten zum Thema „Discobus” könnten dann in einen Gesamtkontext eingestellt werden.

Eine Linienänderung könne ohnehin erst zum nächsten Fahrplanwechsel Anfang Dezember realisiert werden, erklärte Nießen.