Heinsberg/Wassenberg: Diplomatie ist zu oft „geleimt” worden

Heinsberg/Wassenberg : Diplomatie ist zu oft „geleimt” worden

Irak-Krieg pro oder contra? - Während sich die SPD weitgehend einig ist in ihrer ablehnenden Haltung gegen den Krieg, ist die Position der CDU auf Bundesebene uneinheitlich.

Erst am Montag distanzierte sich der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber von der grundsätzlichen Pro-USA-Haltung Angela Merkels. - Und was denkt die Basis? Die HZ sprach mit Heinz-Gerd Becke, Vorsitzender des Heinsberger CDU-Stadtverbandes, und Ewald Schmitz, CDU-Fraktionsvorsitzender in Wassenberg.

„Ich habe schon einmal einen Krieg erlebt”, sagt der 1939 geborene Heinz-Gerd Becke. Mit seiner Mutter sei er in Stettin vertrieben worden, dreimal habe er einen russischen „Überfall” erlebt.

Und trotz seines damals kindlichen Alters hätten sich auch die grauenhaften Bilder von Vergewaltigungen in sein Gedächtnis gebrannt. Ein Krieg sei etwas Furchtbares. Aber dennoch: „Es gibt Situationen, in denen man vorbeugend handeln muss.”

Ob dies allerdings im Fall Irak schon gegeben sei, dies zu beurteilen, maßt sich Becke nicht an. Die Antwort auf die Frage, ob weiterhin der Weg der Diplomatie hätte beschritten werden sollen, ist für Becke nur „zweischneidig” zu geben.

Zu oft seien die Kontrollinstanzen von Saddam Hussein „geleimt” worden. „Wenn Europa aber insgesamt stärker hinter den USA gestanden hätte, dann hätte die Diplomatie auch mehr Gewicht gehabt.” Zu Partei-Austritten habe die politische Unterstützung der USA übrigens nicht geführt. Im Gegenteil: Kreisweit sei die Mitgliederzahl seit Jahresbeginn um 60 gestiegen.

Wie Heinz-Gerd Becke, gibt auch der Wassenberger CDU-Fraktionsvorsitzende Ewald Schmitz nur eine rein persönliche Bewertung der Situation. „Ich verstehe allerdings die Position von Frau Merkel. Saddam Hussein ist ein Diktator, ein Menschenschlächter.”

Wie solle man jemanden anders bezeichnen, der Giftgasbomben gegen das eigene Volk einsetze. Dieses Regime müsse weg. „Es ist natürlich bedauerlich, dass dies auf dem Wege eines Krieges geschehen muss. Aber ich glaube fest, dass Hussein die Diplomatie an der Nase herumgeführt hat.”

Die UN-Resolution von 1991 habe ganz klar die volle Entwaffnung des Irak beinhaltet. Doch dies sei nicht geschehen.

Stattdessen seien 1998 die Kommissare quasi aus dem Land geworfen worden. „Ich gebe zu, dass man über die Notwendigkeit dieses Krieges unterschiedlicher Meinung sein kann. Aber in meinem Freundeskreis, der auch Parteifreunde umschließt, denken viele so wie ich.”