Die Woche in Heinsberg: Wird die SPD vergesslich?

Die Woche in Heinsberg: Wird die SPD vergesslich?

Rund 200 Freiwillige hatten sich in die Liste eingetragen, etwa 70 haben bislang schon mit angepackt: Der Bau der Karkener Bürgerhalle ist wieder eines der Projekte, die sich wohl nur in ländlichen Regionen realisieren lassen.

Die „öffentliche Hand” ist aus bekannten wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage, einer dörflichen Gemeinschaft zu einem solch wichtigen Ort der Begegnung zu verhelfen.

Doch die Karkener legen selber „Hand an” - wie in so manchem anderen Ort des Heinsberger Landes ebenso zu beobachten.

Dass dabei die Stadtspitze mit der engagierten Bevölkerung „Hand in Hand” arbeitet, spricht für ein probates „handling” von Bedürfnissen und daraus resultierenden Aufgabenstellungen auf beiden Seiten. Solche Leistungen sind in einer anonymen Großstadt kaum zu finden.

War es jetzt ein populistischer Schachzug angesichts hochsommerlicher Temperaturen, oder leidet die SPD im Rat der Stadt Heinsberg einfach nur ein wenig an Vergesslichkeit?

Die Steuermehreinnahmen von rund 7,5 Millionen Euro könnten doch vielleicht dazu führen, dass ab sofort wieder beide Freibäder gleichzeitig betrieben werden, meinten die Sozialdemokraten.

Aus ihrem Gedächtnis gestrichen hatten sie dabei wohl, dass Kämmerer Friedel Ullrich schon bei seiner Haushaltsrede am 29. Januar im Haupt- und Finanzausschuss unmissverständlich darauf hingewiesen hatte, dass dieses Plus durch daraus entstehende niedrigere Schlüsselzuweisungen und Einkommensteuerbeteiligung sowie höhere Gewerbesteuer- und Kreisumlage zu rund 87 aufgezehrt werde.

Natürlich besitzt die Stadt Heinsberg einen „strukturell ausgeglichenen Haushalt” - wie es Kämmerer Friedel Ullrich formulierte.

Die solide Wirtschaftspolitik, durch die sich diese Verwaltungsspitze schon seit Jahren auszeichnet, was parteiübergreifend anerkannt wird, hat dazu geführt.

Dennoch dürfte jedem klar sein, dass Prognosen für einen Fünfjahreszeitraum - wie von der SPD nachgefragt - angesichts einer wirtschaftlichen und politischen Gesamtsituation in diesem Land, bei der Vorhaben und Entscheidungen nicht selten die Halbwertzeit weniger Tage besitzen, unseriös und fahrlässig wären.

Es ist daher nachvollziehbar, dass die Verwaltung an der auf vier Jahre beschlossenen, lediglich wechselseitigen Öffnung der Freibäder in Oberbruch und Kirchhoven derzeit nicht zu rütteln gedenkt.