Die Woche in Heinsberg: Förderung entscheidend

Die Woche in Heinsberg: Förderung entscheidend

„Steter Tropfen höhlt den Stein” - diese Weisheit könnte das Team des Wassenberger Jugendcafés in seinem Bestreben begleitet haben, durch ein „Öffentliches Konfliktvermeidungstraining” ein Zeichen zu setzen.

Es ging um tatsächliche oder vermeindliche Provokation, um sich anbahnende Gewalt und geeignete Methoden, eine Eskalation zu vermeiden. Die achtstündige Aktion, die durch das Engagement junger Leute getragen wurde, ist in doppelter Hinsicht lobenswert: einerseits bot sie den Teilnehmern die Chance, sich intensiv mit einem heiklen und allgegenwärtigen Thema auseinanderzusetzen, andererseits wird sie auch manchem Passanten einen Denkanstoß vermittelt haben.

Sicherlich sollte niemand von derlei Einzeldemonstrationen wundersame Veränderungen menschlichen Zusammenlebens im großen Stil erwarten, doch wenn nur schon ein paar Zeitgenossen dadurch ihr Handeln reflektieren, ist das ein Gewinn.

„Nicht lamentieren, sondern motivieren” - auf diesem Grundsatz fußte die Idee zum HZ-Schülerwettbewerb „Voll krass” in Kooperation mit der Raiffeisenbank Heinsberg. Die beachtliche Qualität vieler literarischer Einsendungen und die Zahl der Teilnehmer kann als Indiz dafür gewertet werden, dass es sicher nicht an fehlendem Intellekt oder mangelnder Einsatzfreude der Jugendlichen liegt, wenn die immer wieder zitierte „Pisa”-Studie ihnen im internationalen Vergleich eher schwächere Leistungen bescheinigt.

Schon der HZ-Wettbewerb machte deutlich, dass dort, wo eine ausgeprägtere Unterstützung im Umfeld erfolgte, auch die größere Bereitschaft und Fähigkeit vorhanden war, sich einer Herausforderung zu stellen und sie zu bewältigen. Eine letztlich nicht überraschende Feststellung, die sich auf andere Bereiche übertragen lässt.

Nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerhalb seiner Mauern entwickelt sich das Krankenhaus Heinsberg mehr und mehr zu einer Klinik mit modernstem Standard. Diese Tatsache besitzt nicht nur für die Menschen der Region eine beruhigende Komponente. Sie unterstreicht zudem die positive Gesamtentwicklung der Kreisstadt.

Wenn bislang sieben Millionen Euro im neuen Westflügel des Krankenhauses verbaut wurden, von denen die Stadt selber nur eine Million aufzubringen hatte, kann dies angesichts leerer Landeskassen getrost als diplomatische Glanzleistung bezeichnet werden. In Heinsberg hat dies erfreulicherweise keinen Seltenheitswert, wie Beispiele der Vergangenheit belegen.