Brachelen: Die Verdienste von Wilhelm Over gewürdigt

Brachelen : Die Verdienste von Wilhelm Over gewürdigt

Das Teichbach-Stadion gehört ab sofort der Vergangenheit an. Die ansehnliche Sportanlage selbst wurde ohne Frage nicht eingemottet, wohl aber ihr bisheriger Name.

Unter reger Teilnahme der Ortsvereine beging die Dorfgemeinschaft an Fronleichnam den feierlichen Akt der Umbenennung.

„Wilhelm Over-Sportanlage” - so heißt das grüne Areal von nun an. Obwohl höchstwahrscheinlich jedermann bestens Bescheid wusste, richtete der Ortsvereinsvorsitzende Dieter Randerath erklärende Wort an das Publikum: „Damit wollen wir die Verdienste von Wilhelm Over um den Ort Brachelen und unsere Vereine würdigen.”

Der 1999 im Alter von 66 Jahren unerwartet verstorbene ehemalige Ratsherr und Gemeindebürgermeister habe sich vor 30 Jahren „kämpferisch für den Neubau einer modernen Sportanlage eingesetzt”, so Randerath.

„Verwunderlich war dies nicht, war Willi Over doch bereits seit 1949 aktives Mitglied im SV Brachelen.” Nach seiner aktiven Zeit als Spieler und Trainer sei er dem Verein stets als Freund und Förderer verbunden geblieben, erinnerte der Ortsvereinsvorsitzende.

Eine ganze Reihe weiterer ehrenamtlicher Tätigkeiten hat der engagierte Kommunalpolitiker mit „großer Leidenschaft” ausgefüllt. 41 Jahre lang war er Präsident des Angelvereins. Randerath lobte: „Ob nun als aktiver Spieler, Präsident, Kegelbruder, Karnevalist, förderndes Mitglied der St. Anna-Gemeinschaft, des Kirchenchores, des Reitvereins, Gründer des Seniorennachmittages oder als Mäzen bei Vereinsjubiläen, er hat sich immer um einen nahen Kontakt zur Bevölkerung bemüht.”

Sichtlich gerührt bedankte sich die Tochter des Geehrten, Christel Over-Rose, im Namen ihrer Familie für die Würdigung seines Lebenswerkes. „Könnte unser Vater diese Feierstunde miterleben, sein Herz hätte gejubelt und er hätte seinen Tränen freien Lauf gelassen.”

Begleitet von überschwänglichem Applaus enthüllte Josefine Over die von den Ortsvereinen errichtete Gedenktafel. Vor vier Jahren fällten diese den einstimmigen Entschluss, die Umbenennung beim Stadtrat zu beantragen. „Diesem Antrag hat der Rat unserer Stadt gerne und einstimmig zugestimmt”, unterstrich Bürgermeister Werner Schmitz.

Besonders beleuchtete er Wilhelm Overs politische Anstrengungen vor dem Hintergrund des Niederganges des Korbmacherhandwerkes - bis in die 60er Jahre der Haupterwerbszweig für die Brachelener. Ganze Familien seien zwecks Arbeitsplatzsuche weggezogen, so der Bürgermeister.

„Dieser verhängnisvollen Entwicklung trat Wilhelm Over entschieden entgegen.” Er habe sich mit Erfolg für eine Verbesserung der Wohnqualitäten durch Umstrukturierungsmaßnahmen eingesetzt. Eines der Ergebnisse: der Bau des neuen Stadions.

Schmitz ließ nicht ungenannt, dass dem Kommunalpolitiker 1983 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen wurde. „Für die namentliche Widmung der Brachelener Sportanlage konnte kein besserer Name als der von Wilhelm Over gefunden werden.”

Nach der Zeremonie ging es höchst sportlich weiter: Das Eröffnungsspiel bestritten die beiden Altherrenmannschaften aus Brachelen und Mönchengladbach.