Die Tauben fliegen nicht mehr

Die Tauben fliegen nicht mehr

Granterath (an-o/dn) - Die Brieftauben fliegen nicht mehr. Nicht, weil sie nicht fliegen können, sondern weil sie nicht transportiert werden dürfen. Um zum Auflassort nach Frankreich zu kommen, müssten sie Belgien passieren. Geht nicht, denn da herrscht derzeit die Geflügelpest. Was tun?

Mit Datum vom 30. April wurde "die erste Verordnung zur Abänderung der Verordnung zum Schutz vor der Verschleppung der klassischen Geflügelpest" veröffentlicht. Danach sind Veranstaltungen mit Geflügel verboten.

Darunter fallen nach der Interpretation des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft auch insbesondere organisierte Vor- und Wettflüge mit Brieftauben. Wer der dringenden dringend Empfehlung, von Vor- und Preisflügen bis auf weiteres abzusehen, zuwiderhandelt, dem drohen hohe Geldstrafen.

"Von dieser Entscheidung sind die Brieftaubenzüchter hart betroffen", sagt Franz-Hubert Meurer, der Vorsitzende der Reisevereinigung Erkelenz Land und stellvertretender Vorsitzender des Regionalverbandes Grenzland-West. "Das Schlimmste was man den Brieftauben antun kann, ist ein Flugverbot. Insbesondere die jungen Tauben brauchen das Flugtraining." Ob die Tauben in der Reisesaison von Anfang April bis Mitte September überhaupt noch auf die Reise geschickt werden können, so Meurer, sei "fraglich".

Dauernder Kontakt

Seitens des Verbandes besteht ein dauernder Kontakt zu den zuständigen Bundes- und Landesbehörden und zu den benachbarten ausländischen Brieftaubenverbänden, wie Horst Menzel, der Präsident des Deutschen Brieftaubenverbandes mitteilte. Den aktuellen Sachstand zur Geflügelpest kann über die Informationsmöglichkeiten des Verbandes abgefragt werden. Für die Züchter steht die Internetseite www.brieftaube.de mit den täglich aktualisierten Inhalten zur Verfügung.

Auch der wirtschaftliche Schaden sei beachtlich, wie Vorsitzender Meurer erklärte. Neben der Unterhaltung der drei Transportzüge der Reisevereinigung Erkelenz Land und ausfallende Preisgelder der Züchter ist es für den hauptberuflichen Preisgeldberechner "eine Katastrophe".