Kreis Heinsberg: Die Rurtal-Schule soll erweitert werden

Kreis Heinsberg : Die Rurtal-Schule soll erweitert werden

„Rurtal-Schule: Raumnot erschreckend“: So hatte unsere Zeitung im Mai nach einer Sitzung vom Kreis-Schulausschuss vor Ort in der Oberbrucher-Schule berichtet. Mit einem strahlenden Lächeln hatte Britta Frenken, die stellvertretende Leiterin der Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, den Ausschuss durch die Schule an der Parkstraße geführt.

Ihre Begeisterung für ihre Aufgabe, für ihre Schule und für ihre Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern war deutlich zu spüren. So sympathisch und charmant die Botschaften überbracht worden waren, so eindeutig war eine davon aber auch: Die Rurtal-Schule — aktuell 273 Schüler zählend, Tendenz steigend — leidet unter großer Raumnot. Am Rande der Sitzung hatte es ein Ausschussmitglied nach dem Rundgang so formuliert: „Das ist erschreckend!“

„Ein Thema, das die Verwaltung und die Politik des Kreises noch beschäftigen dürfte — und sollte!“ Das war damals der Tenor der Berichterstattung. Jetzt tut sich etwas: Die Rurtal-Schule soll für gut 2 Millionen Euro erweitert werden. Dies geht aus einer Vorlage der Kreisverwaltung für eine gemeinsame Sitzung von Schulausschuss und Bauausschuss an diesem Dienstag, 25. Oktober, um 18 Uhr in der Rurtal-Schule hervor.

Nach Darstellung der Verwaltung ist die Schülerzahl im laufenden Schuljahr 2016/2017 auf 276 angestiegen. Es mussten 27 Klassen eingerichtet werden — mit der Folge, „dass acht Klassen in anderen Räumen untergebracht und beschult werden“. Dabei sei zu beachten, dass sich neben den Schülerinnen und Schülern in der Regel auch mehrere Erwachsene — Lehrkräfte, Schulbegleiter und Bundesfreiwilligendienstler — in einer Klasse aufhalten würden. Einige Schülerinnen und Schüler seien zudem auf Rollstühle oder spezielle orthopädische Hilfsmittel angewiesen, für einige mehrfachbehinderte Schülerinnen und Schüler müsse zudem ein Bett in den Klassenräumen vorgehalten werden, da diese aus medizinischen Gründen immer wieder gelagert werden müssten. Auch das Mittagessen werde von den Schülerinnen und Schü-lern in den Klassenräumen eingenommen.

Daran werde deutlich, dass in den Klassen ein relativ großer Raumbedarf bestehe und es in zu Klassenräumen umfunktionierten Räumlichkeiten schnell aufgrund des fehlenden Platzes zu sehr beengten Verhältnissen mit vermeidbaren zusätzlichen Belastungen komme. Die derzeitige räumliche Situation habe die Auswirkung, dass beispielsweise der Ton-Raum nicht genutzt werden könne, Räume für Differenzierungsmaßnahmen fehlen würden sowie Spezialräume (wie ein reizarmer Raum für autistische Schülerinnen und Schüler) derzeit nicht eingerichtet werden könnten.

Vor dem Hintergrund, dass bereits zwei Räume so ertüchtigt worden seien, dass diese als Klassen-räume genutzt werden könnten, vertritt die Schulleitung laut Verwaltung auch mit Blick auf den ­demografischen Wandel die Auffassung, dass eine Erweiterung der Rurtal-Schule um vier Klassenräume inklusive Nebenräume notwendig, aber auch auskömmlich sei.

Mit dem Ziel, die räumliche Situation zu verbessern, beabsichtigt die Verwaltung in Abstimmung mit der Schulleitung eine Erweiterung der Rurtal-Schule bestehend aus einem Keller- und Erdgeschoss mit einer Brutto-Grundfläche von 1054 Quadratmetern. Im Erdgeschoss sind vier Klassenräume ­einschließlich der zugehörigen Nebenräume vorgesehen. Das ­Kellergeschoss soll ausschließlich zu Lagerzwecken genutzt werden.

Die Kostenschätzung des Amtes für Gebäudewirtschaft für die vorgesehene bauliche Maßnahme beläuft sich auf 2,206 Millionen Euro — zuzüglich Kosten für die Ersteinrichtung. Die Mittel sollen in den Haushaltsjahren 2017 bis 2019 ­bereitgestellt werden.

(disch)