Kreis Düren: Die Migrantenvereine wollen eine Brücke schlagen

Kreis Düren : Die Migrantenvereine wollen eine Brücke schlagen

Viele Einwanderer haben weiterhin gute Kontakte in ihre Herkunftsländer. Sie haben Eltern, Verwandte und Freunde zurückgelassen und müssen nun aus der Ferne ansehen, wie sie unter Kriegen, Armut und Hunger leiden.

Migrantenvereine aus dem Kreis Düren haben sich dieses Themas angenommen und versuchen, unter großem persönlichem Einsatz die Lebensbedingungen der Menschen in ihren Herkunftsländern zu verbessern.

Ein neues EU-gefördertes InWent-Projekt versucht Kontakte zwischen Eine-Welt-Initiativen im Kreis Düren und Migrantenselbstorganisationen herzustellen. Die Idee ist: Die Einwanderer im Kreis Düren kennen sich in ihren Herkunftsländern gut aus, sie sprechen die Sprache und können dafür sorgen, dass Spenden dort eingesetzt werden, wo es wirklich sinnvoll ist. Eine-Welt-Gruppen, Kirchengemeinden und Städtepartnerschaft-Initiativen im Kreis Düren wissen, wie Spendengelder gesammelt werden können und wie man die Menschen in Deutschland für ein Projekt gewinnt.

„Wieso sind wir nicht schon längst auf die Idee gekommen zusammenzuarbeiten?” sagte eine Teilnehmerin am ersten Begegnungsabend. „Wir könnten doch so viel voneinander lernen!”

Erschreckende Bilder

Die tamilische Frauenorganisation aus Aldenhoven präsentierte in erschreckenden Bildern die Situation der Tamilen in Sri Lanka, vertrieben, unterdrückt und durch ständige bewaffnete Attacken der srilankischen Regierung bedroht. „Das viele Geld aus der Tsunami-Hilfe geht nur an die Singalesen, die Tamilen in Sri-Lanka bekommen davon nichts”, klagte die Vereinsvorsitzende.

Der irakisch-kurdische Verein schilderte die Situation von Kriegsversehrten im Irak, für die es viel zu wenig medizinische Versorgung und einen großen Mangel an Prothesen und Hilfsmitteln gibt. Ein afrikanischer Verein sucht nach Hilfen für den Kongo, und viele weitere Vereine stehen mit ihrem Wissen für Spendenprojekte zur Verfügung.

„Wir suchen Partner, die mit uns zusammenarbeiten und uns helfen, die Situation in unseren Heimatländern zu verbessern. Wir pflegen die Kontakte dorthin und wissen genau, wo die Hilfe am nötigsten gebraucht wird”, schilderte ein Teilnehmer sein Anliegen. Die Vernetzungsbemühungen werden im nächsten Jahr weitergehen und vom Institut für soziale Innovation Solingen moderiert.

Ansprechpartner sind die Migrationsbeauftragte der Kreisverwaltung Düren, Sybille Haußmann (02421-22-2075, mailto:s.haussmann @kreis-dueren.de) oder die Integrationsagentur der Evangelischen Gemeinde zu Düren, Winfried Simon (02421-188-184, mailto:winfried-simon@evangelische-gemeinde-dueren.de).