Heinsberg-Oberbruch: Die Menschen an Christi Kreuz erinnern

Heinsberg-Oberbruch : Die Menschen an Christi Kreuz erinnern

„Es ist schön, dass wir einen Weg weitergehen können, den wir schon begonnen haben”, so die Worte des evangelischen Pfarrers Joachim Lyhs zur festlichen Einführung des neuen Oberbrucher Pfarrers Günter Rosenkranz.

Im Beisein zahlreicher Gäste, seiner Familie und Freunden, den Pfarrern der Nachbargemeinden, dem Presbyterium sowie dem Superintendenten des Kirchenkreises, Klaus Eberl, wurde Günter Rosenkranz in der Oberbrucher Erlöserkirche offiziell in sein Amt als Pfarrer eingeführt.

Er besetzt somit die zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde Heinsberg-Oberbruch. Mitgestaltet wurde der rund zweistündige Gottesdienst vom Singekreis Hückelhoven, vom Posaunenchor Hilfarth unter der Leitung von Lambert Hensen sowie vom Kirchenchor der evangelischen Gemeinde Oberbruch.

Mosaiksteine

Auf Wunsch von Günter Rosenkranz widmete sich Pfarrer Joachim Lyhs im Gottesdienst ganz dem ersten Teil der Liturgie und kam auch der Bitte nach, ein paar Worte zur künstlerischen Gestaltung der Erlöserkirche zu sagen.

So deutete J Lyhs auf das mit Mosaiksteinen besetzte Portal der neuen „Wirkstätte” von Günter Rosenkranz hin und beschrieb, dass dort eine Menge stehe, die aus der Finsternis kommt und das Licht sucht.

„Aus dem Dunkel treten wir stetig in das Licht, wir suchen die Wahrheit”, so der Heinsberger Pfarrer Lyhs mit dem Hinweis darauf, dass zum Altar hin, wo Gottes Wort gesprochen und das Sakrament gefeiert wird, alles heller werde.

Nicht mit dem erhellenden Licht, sondern mit den vielen Aufgaben eines Pfarrers beschäftigte sich Superintendent Klaus Eberl.

„Auch wenn Pfarrer Günter Rosenkranz bereits seit einem Jahr bei Ihnen ist, so fragen sich die Menschen doch, was eigentlich die Aufgabe eines Pfarrers ist”, sagte Eberl bei dem Versuch, die Aufgaben eines Pfarrers aufzuzeichnen.

So hob der Superintendent die Konstante des Dienstes hervor und meinte: „Wir müssen die Menschen erinnern an das, was unser Leben trägt. Wir müssen erinnern an Christi Kreuz und die Auferstehung”.

„Pfarrer sein heißt, Menschen mit ihrer Geschichte des Scheiterns an die Hand zu nehmen. Aus aller Schuld heraus müssten die Menschen wissen: „Du darfst immer wieder neu anfangen”, beschrieb Klaus Eberl die Konstante und zitierte hierzu aus der „Kriminalgeschichte” der Bibel.

„Kain (der Bedeutung nach ein Nichts, ein Hauch) erhob sich gegen seinen Bruder Abel (der Starke, die Speerspitze) und schlug ihn tot”, so die Worte, die Klaus Eberl mit den Prototypen für die schwachen und starken Menschen gleichsetzte.

„An beide ist ein Pfarrer gewiesen”, führte Klaus Eberl seine Gedanken fort und wünschte seinem Kollegen Günter Rosenkranz stets die richtigen Worte bei der Übermittlung des Evangeliums.

Sogleich nutzte Pfarrer Rosenkranz dann auch die Gelegenheit und wandte sich als 12. Jünger, genauer gesagt als Judas, dem hölzernen Abendmahl in der Erlöserkirche zu.

Als „Einzelkämpfer” beschrieb er die Figuren als gesichtslos, trostlos und eintönig, als Figuren, die nur „Einem” hinterherlaufen und sprach von der Situation der Mutlosigkeit und Resignation.

„Die Menschen leben oft nur nebeneinander her, ich muss mich auf sie zu bewegen, und ich möchte sie begleiten auf ihren Lebensstationen”, sprach Pfarrer Günter Rosenkranz, ehe er eine Reihe guter Ideen und Veränderungen auflistete.

So solle die Erlöserkirche beispielsweise „Treffpunkt für alle” werden und in Gesprächen, bei Aktionen und auch Konzertveranstaltungen einen Raum zur Besinnung werden.