Kreis Düren: Die letzte Chance im Kreis Düren, illegale Schusswaffen abzugeben

Kreis Düren : Die letzte Chance im Kreis Düren, illegale Schusswaffen abzugeben

Anders als in den Vereinigten Staaten ist der Schusswaffenbesitz in der Bundesrepublik streng geregelt. Bei der „Waffenamnestie“ haben Bürger, die illegal Schusswaffen besitzen, die Möglichkeit, diese straffrei bis zum 1. Juli bei der Polizei abzugeben.

Die Redaktion hat der Polizei Fragen zum Thema Waffenbesitz gestellt.

Wer darf Waffen besitzen?

Eigentümer von Waffen können diejenigen Personen sein, die die Voraussetzungen nach § 8 des Waffengesetzes erfüllen. Hier sind beispielsweise Jäger oder Sportschützen zu nennen, aber auch Waffensachverständige oder Büchsenmacher, Sammler kulturhistorisch wertvoller Waffen oder aber Personen, die diese vererbt bekommen. Altbesitzer, die vor den Waffenrechtsänderungen im Jahr 1972 und 1976 Waffen erworben haben, dürfen diese ebenfalls besitzen und müssen dabei kein waffenrechtliches Bedürfnis nachweisen.

Darüber hinaus kann man Eigentümer einer frei verkäuflichen Waffe, wie zum Beispiel einer Schreckschuss-, Signal- oder Gaspistole sein, für die man jedoch den sogenannten „Kleinen Waffenschein“ benötigt, wenn man diese mit sich führen möchte. Luftdruckwaffen mit einer Mündungsenergie bis 7,5 Joule sind ebenfalls frei erwerbbar. Diese Waffen darf man zwar erwerben, aber nicht führen.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Recht, Waffen zu besitzen und Waffen mit sich zu führen?

Letztlich kann jeder Inhaber eines Waffenscheins auch eine Waffe besitzen. Einen Waffenschein zum Führen scharfer Schusswaffen erhalten aber nur sehr wenige. Das betrifft Personen, die aufgrund einer erhöhten Gefährdung oder als zivile Dienstwaffenträger eines Sicherheitsunternehmens Waffen führen und damit tragen dürfen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um einen Waffenschein zu erhalten?

Um eine Waffe besitzen zu dürfen, müssen neben den oben genannten Voraussetzungen auch weitere Eigenschaften erfüllt werden. Darunter fallen die Volljährigkeit, das Bedürfnis, die Zuverlässigkeit und Geeignetheit (auch körperlich) sowie die erforderliche Sachkenntnis. Jäger benötigen beispielsweise einen gültigen Jagdschein und Sportschützen eine Bedürfnisbescheinigung des Schießsportverbandes. Man darf ferner nicht vorbestraft sein oder einer verbotenen Organisation oder Partei angehören und nicht alkohol- oder drogenabhängig oder gar psychisch erkrankt sein.

Wie und wo werden Waffen registriert?

Sämtliche Vorgänge werden in einem landesweit einheitlichen Waffenverwaltungsprogramm erfasst. Dies umfasst den Erwerb von Neu- und Gebrauchtwaffen sowie das Überlassen und den Verkauf von Waffen. Dieses System ist mit dem nationalen Waffenregister verbunden, so dass der Weg einer Waffe stets nachvollzogen werden kann.

Was wird registriert?

Erfasst sind alle scharfen Schusswaffen, wesentliche Teile dieser oder aber auch Schalldämpfer. Frei erwerbliche Waffen werden nicht registriert. Recherchierbar sind somit auch die Waffen von Jägern und Sportschützen. Erstere dürfen unbegrenzt Langwaffen, also Gewehre, und zwei Kurzwaffen (Revolver oder Pistolen) besitzen.

Sportschützen können innerhalb eines halben Jahres zwei Waffen beantragen, sofern sie in den jüngsten zwölf Monaten regelmäßig Schießsport betrieben haben, die Sachkundeprüfung bestanden haben und eine Bedürfnisbescheinigung des Schießsportverbandes vorgelegt haben. Insgesamt können dies höchstens drei halbautomatische Langwaffen und zwei Kurzwaffen sein. Jeder weitere Bedarf muss entsprechend glaubhaft dargelegt werden.

Welche Waffen sind verboten?

Diejenigen, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen, also vollautomatische Waffen wie Sturmgewehre, Maschinenpistolen etc. Sie zu besitzen, ist streng verboten.

Welche Waffen werden im Rahmen der Amnestie zurückgegeben?

Zumeist handelt es sich dabei um Erb- oder Fundstücke, die zum Beispiel im Zuge von Sanierungsarbeiten an Wohnhäusern gefunden werden. Jede dieser Waffen wird einer Überprüfung unterzogen und am Ende zur dafür vorgesehenen Sammelstelle gebracht und dort vernichtet.

Welche Erfahrungen hat die Polizei im Bezug auf illegale Waffen gemacht?

Es tauchen immer mal wieder illegale Waffen auf. Das ist meistens dann der Fall, wenn die Betreffenden entweder gezielt angezeigt werden oder aber bei Durchsuchungen entsprechende Funde gemacht werden. Oft handelt es sich dann um Erb- oder Sammlerstücke.

Welche Strafe steht auf illegalen Waffenbesitz?

So unterschiedlich wie die einzelnen Sachverhalte sind, so variabel gestalten sich auch die Sanktionen. Der Besitz von Kriegswaffen wie beispielsweise einer Maschinenpistole ist immer ein Verbrechen und wird mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft. Der Besitz einer scharfen Schusswaffe, also einem Revolver, wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet und der Besitz einer halbautomatischen Kurzwaffe (das heißt einer Kurzwaffe, ähnlich unserer Dienstwaffe) mit sechs Monaten bis fünf Jahren.

(jan)
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