Unterbruch: Die jecken Wurzeln reichen weit zurück

Unterbruch : Die jecken Wurzeln reichen weit zurück

Mit dem Symbol der Narretei, nämlich der 11 als Jubiläumszahl, feierte die Karnevalsgesellschaft „Ongerbröker Kohmule” im Rahmen eines Jubiläumsempfangs ihr zweimal 11-Jähriges.

Geladen waren hierzu die Freunde und Gönner der „Kohmule”, befreundete Gesellschaften aus nah und fern sowie zahlreiche Ehrengäste.

Im Verlauf des Empfangs überbrachten sie ihre Glückwünsche zum närrischen Jubiläum. Doch nicht nur die „Ongerbröker Kohmule”, sondern auch mehr als 140 Jahre Unterbrucher Karneval galt es zu feiern und ins Gedächtnis zu rufen, wie der künftige Sitzungspräsident, Herbert Thebrath, verkündete.

„Zugegeben, wir feiern kein klassisches Jubiläum, sondern ein närrisches, weil der Karneval seit Urzeiten mit der Zahl 11 verbunden ist”, so Festredner Hans Bürschgens.

Nachweislich beginne die Geschichte des Karnevals in Unterbruch mit einer Annonce im Heinsberger Kreisblatt vom 11. Februar 1860, die am Fastnachtssonntag Tanzmusik in der Gaststätte Karl Rosen offerierte.

„Karneval oder Fastnacht, das waren damals in der Regel Tanzlustbarkeiten in den örtlichen Gaststätten, veranstaltet durch die Gastwirte selbst oder aber durch den Kirchenchor und den St.-Josef-Sängerbund, der später alleine die Ausrichtung dieser Veranstaltungen übernahm”, berichtete Hans Bürschgens.

Als weiteres kleines Jubiläum der Gesellschaft nannte der Festredner die erste große Kappensitzung, die am 17. Januar 1937 stattfand.

Einen Aufschwung verzeichneten die „Ongerbröker Kohmule” mit der im Jahre 1962 erstmals genutzten Mehrzweckhalle, in der noch heute zu närrischer Stunde die Karnevalisten das Sagen haben.

1964 schlossen sich die „Kohmule” den Gepflogenheiten anderer Gesellschaften an und präsentierten in Person von Fritz Thönnissen ebenfalls einen Prinzen; Prinzenpaare gab es ab der Session 1970/71 (Willi und Mechtilde Peters).

Am 21. April 1981 wurde die Karnevalsgesellschaft „Ongerbröker Kohmule” mit 27 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben, nach einvernehmlicher Trennung vom Sängerbund.

„Es ist höchst erfreulich, dass sich heute wie einst Frauen und Männer aus dem Stadtteil Unterbruch der Freude und dem rheinischen Humor widmen. Die Pflege und die Förderung fastnachtlicher Bräuche bedeuten nicht nur Gefallen an Frohsinn und Geselligkeit, sondern sind auch wichtige Bestandteile der Heimat- und Kulturpflege”, würdigte Bürgermeister Josef Offergeld den Jubiläumsverein.

„Jubel, Trubel, Karneval. Sekt, Konfetti, Sündenfall. Narren, Weise und Bezechte, Präsidenten und auch Knechte. Wie in einem Bienenhaus sieht das bunte Treiben aus. Doch wie bei den kleinen Bienen, einge herrschen, andre dienen, gelten Regeln akkurat, wie in einem Bienenstaat”, lobte Ortsvorsteher Jupp Hansen die mit viel Liebe und von Idealismus getragene ehrenamtliche Arbeit für das Brauchtum Karneval.

Er sei überzeugt, dass diese Jubiläumssession ein Glanzpunkt in der Vereinsgeschichte der „Kohmule” werde.

Sehenswerte Showeinlagen bereicherten das Treiben

Nach weiteren Grußworten von Pfarrer Günter Meis, der das „Fest der Narren” bis ins Mittelalter zurückverfolgte, von Christian Heuter, dem Geschäftsführer des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG), von Heinz-Leo Heinrichs, dem Präsidenten des Komitees Heinsberger Karneval, sowie vom Ortsringvorsitzenden Ulrich Jers mischten sich die heimischen Tanzgarden sowie die Lövenicher „Hoppesäck” mit sehenswerten Showeinlagen in das Treiben ein.

Abgerundet wurde es mit der Ehrung verdienter Unterbrucher Karnevalisten durch Christian Heuter und Kurt Schmitz vom VKAG. Sie händigten auch die Jubiläumsurkunde für die „Ongerbröker Kohmule” aus.

Den Verbandsorden erhielten der amtierende Prinz Norbert Mühling, Anita Gonell, Guido Dahlmanns, Wilma Thebrath, Hans-Josef Woltery, Josef Hansen und Paul Hintzen.

Das Grenzlandwappen ging an Hans Benetreu, Reiner Dohmen und Herbert Thebrath, während Otto Müller mit dem Verdienstorden in Silber bestückt wurde.

Vom Bund Deutscher Karneval (BDK) erhielt Hans Bürschgens (seit 35 Jahren Mitglied und seit 30 Jahren Sitzungspräsident) den Goldenen Verdienstorden, während Geschäftsführer Willi Jansen-Wallraven mit dem Verdienstorden in Silber ausgezeichnet wurde.

Vereinsintern wurden Franziska Woltery, Stephanie Lange, Ira Jessen und Stephan Gobbers für 11 Jahre Aktivität in der Funkengarde geehrt, ehe Klaus Bäumel zum Ehrensenator der Gesellschaft ernannt wurde.