Erkelenz-Katzem: Die IFA F8 hat nur Angst vor dem Holzwurm

Erkelenz-Katzem : Die IFA F8 hat nur Angst vor dem Holzwurm

Zur zehnten Oldtimerrallye hatten die Organisatoren des traditionellen Katzemer Power-Wochenendes am Donnerstag die Besitzer von Autos und Motorrädern bis zum Baujahr 1981 eingeladen. Gemeldet hatten sich 85 Teams, um die rund 120 Kilometer lange Strecke der Rallye anzugehen.

Schon gegen 9 Uhr sammelten sich die Schnauferl aus den verschiedenen automobilen Epochen an der Bürgerhalle und entlang des Weges am Friedhof. Dabei gab es natürlich manches kuriose Gefährt zu sehen. So zum Beispiel den IFA F8 der Familie Mühlenbroich aus Erkelenz.

Auf Basis eines DKW aus dem Baujahr 1939 hat der Kombi mit Holzkarosserie seitdem ununterbrochen seinen Dienst getan. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und einem Gemisch aus Benzin und Öl im Tank wird der seltene Wagen „seine Million Kilometer auf dem Buckel haben”, schätzt Birgit Mühlenbroich.

„Wir haben ihn seit zehn Jahren. Seitdem war er ununterbrochen angemeldet.” Auf eines sind sie und ihr Mann Heiner stolz: „Wir haben ihn bisher nie restauriert, immer nur repariert.” Im Gegensatz zu vielen anderen Oldtimer-Besitzern vertreten sie die Ansicht, man solle dem Wagen sein Alter auch ansehen. Vor Rost haben die beiden Oldtimer-Freunde keine Angst, „höchstens vor dem Holzwurm”.

Ganz anders der feuerrote Opel Kadett Kombi, der gleich nebenan vor sich hin blitzte. Auch bei näherem Hinsehen war kein Rost zu entdecken. Sogar der „Tipp und Tapp”-Aufkleber auf der Heckscheibe war original aus dem Fußballjahr 1974. Viele der Oldtimer waren noch gar nicht so lange aus dem alltäglichen Straßenbild verschwunden. Und mancher stille Bewunderer wurde von der Erkenntnis überrascht, dass sein früherer fahrbarer Untersatz heute als Oldtimer gilt.

Da war der pechschwarze und in seiner Form eher runde „Ur”-R4 von 1953 wahrer Seelenbalsam, schließlich war er schon von weitem als „altes Auto” zu identifizieren. Ebenso die Buicks und Fords aus den 30er Jahren mit ihren breiten Trittbrettern, von denen aus Gangster in Schwarzweißfilmen zu schießen pflegten. Vom schnittigen Sportwagen der 70er bis zur dreirädrigen BMW Isetta war alles vertreten, was das Oldtimer-Herz höher schlagen lässt.

Bei den Motorrädern sah es nicht anders aus. Neben vergessenen Marken wie Tornax und Nimbus waren viele Motorräder der Marke MZ aus der ehemaligen DDR und alte BMW mit Beiwagen zu bewundern. Leo Klotz aus Baal, Jahrgang 1931, war mit seiner 53-er DKW erschienen: „Ich hatte früher schon eine DKW.” Vor fünf Jahren hatte ihm sein Schwiegersohn das Motorrad vor die Tür gestellt. Seitdem ist er wieder dabei.

Kurz nach 11 Uhr machten sich die Teilnehmer auf den Weg. Dabei mussten sie die vorgegebene Zeit von viereinhalb Stunden genau einhalten. Als Gesamtsieger setzte sich Thomas Linke durch. Bei den PKW bis Baujahr 1960 siegte der hölzerne IFA F8 mit der Familie Mühlenbroich an Bord. Bei den Motorrädern gewann Josef von Cann.