Kreis Heinsberg: Die Grünen sehen sich überall im Aufwind

Kreis Heinsberg : Die Grünen sehen sich überall im Aufwind

Die Grünen im Kreis Heinsberg sehen sich im Aufwind. Nicht erst seit dem Atomunglück von Fukushima im März steigen die Mitgliederzahlen kontinuierlich an.

Waren es vor zwei Jahren noch knapp 120 Parteimitglieder, ist ihre Zahl auf derzeit rund 150 angestiegen. „Grüne Politik und grüne Themen kommen bei den Menschen an”, betonte Kreisvorstandsmitglied Maria Meurer auf der Mitgliederversammlung im Hotel am Park.

Auf der Tagesordnung stand zuerst einmal die Wahl von vier Delegierten für die Landesdelegiertenkonferenz. Bisher entsendeten die Kreisgrünen drei Delegierte, doch aufgrund der sprunghaft gestiegenen Mitgliederzahl war ein vierter Delegierter fällig. Gewählt wurden Christine Jacobs aus Hückelhoven, Eleonore Zimmermann aus Wegberg, der Erkelenzer Hans-Josef Dederichs und Jürgen Benden aus Geilenkirchen.

Unter dem Titel „Kommunaler Klimaschutz ist machbar” standen auch zwei hochkarätige Referentinnen auf dem Programm.

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius referierte über das Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes bei der Entwicklung in den Städten und Gemeinden. Dabei sind Maßnahmen zum Klimawandel als explizite Ziele der Bauleitplanung und Stadterneuerung in den Gesetzestext verankert worden. Sie wies Wege auf und zeigte, dass Klimaschutz auf kommunaler Ebene machbar ist. Auf die Koalitionsverhandlungen der Grünen mit den Sozialdemokraten in Berlin, die kurz zuvor gescheitert waren, ging Herlitzius nicht ein.

Aus dem Düsseldorfer Landtag berichtete Dr. Ruth Seidl. Dabei lag ihr Fokus auf dem am Dienstag vorgestellten Entwurf für ein Klimaschutzgesetz, dem „Klimaschutz-Start-Programm”.

Mit diesem Klimaschutzgesetz werde NRW ein Vorreiter für die Bundesländer. Dabei habe die rotgrüne Landesregierung dafür gesorgt, dass den Kommunen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen zukomme, wie Seidl betonte.

Das Programm sehe neben Beratung vor allem finanzielle Hilfen für die Kommunen vor. Dabei sei die Förderung der kommunalen Maßnahmen an die Einhaltung bestimmter Richtlinien gebunden und orientiere sich an Klimaschutzkonzepten, die erarbeitet werden müssen.

Dabei werde auf die Schaffung regionaler Klimaschutznetzwerke gesetzt, um einen flächendeckenden Austausch zu gewährleisten. Die vielfältigen Angebote des Klimaschutzpaketes für die Kommunen sind eine wichtige Hilfestellung für die Initiative im Kreistag, die mittels einer Ist-Analyse zum Energieverbrauch perspektivisch ein Gesamtkonzept zur Energiewende im Kreis Heinsberg vorlegen will.

Vor diesem Hintergrund komme das Maßnahmenpaket der Landesregierung für die an der Energiewende beteiligten Akteure im Kreis Heinsberg genau zum richtigen Zeitpunkt, betonte Seidl. Es unterstütze alle Kommunen, die sich auf den Weg machen, die Energiewende und den Klimaschutz für einen ökologischen und nachhaltigen Strukturwandel umzusetzen. Diese Chance gelte es nun gemeinsam vor Ort zu nutzen.

Nach dem Vortrag der Landtagsabgeordneten entwickelte sich eine rege Diskussion über die Möglichkeiten und Vorgehensweisen im Kreis.