"Die Dinge einfach anpacken"

"Die Dinge einfach anpacken"

Baal (an-o) - Die Augen von Michael R. Fuchs funkeln unternehmungslustig. "Uns gehts gut, und ich denke, das wird auch so bleiben!" Ein Firmen-Manager, der nicht von der allgemeinen Pleite-Depression befallen ist? "Ich bin eben Optimist", sagt der Chef der Nefab GmbH im Industriegebiet Baal.

Mit einer positiven Lebenseinstellung allein ist es aber beileibe nicht getan. "Wir haben von Anfang an die Weichen richtig gestellt", betont Fuchs. Der Anfang für Nefab Deutschland, eine 100-prozentige Tochter der schwedischen Nefab-Gruppe, die weltweit Verpackungen produziert und vertreibt, datiert in das Jahr 1991. Keinen unnötigen Ballast mitschleppen, lautete die Devise, als es darum ging, die Dinge in Baal ins Rollen zu bringen. "Mir war es vom ersten Tag an wichtig, die Firma schlank zu halten und auch in guten Jahren auf dem Teppich zu bleiben", umschreibt Michael R. Fuchs sein Management-Konzept.

Und hohe Produktivität, eine wichtige Messzahl für ein gesundes Unternehmen, erreicht man, sagt er, ohnehin nur durch qualifizierte Mitarbeiter, effektive interne Strukturen und in die Zukunft gerichtete Investitionen. Mit 75 Stellen in Produktion und Administration gehört Nefab sicherlich nicht zu den ganz großen Arbeitgebern in der Region. "Dafür", betont Fuchs, "sind unsere Arbeitsplätze aber sicher."

Auch wenn seine Firma in diesem Jahr auf nationaler Ebene, nach einer Zuwachsrate von über 30 Prozent noch in 2001, aller Voraussicht nach keinen Umsatzzuwachs zu verzeichnen haben wird. Aber das kann durch das Auslandgeschäft kompensiert werden. "Ich rate jedem Unternehmer ohnehin, seine Fühler über die Grenzen hinaus auszustrecken", sagt Fuchs. Und als Chef für den Bereich Zentrales Europa der Nefab-Gruppe weiß er sehr genau, wovon er spricht. Da geht es nicht nur um neue Märkte, sondern auch um die Erschließung eines großen Produktionspotentials, nicht zuletzt in den osteuropäischen Ländern. "Wir haben zuletzt in Ungarn ein Tochterunternehmen gegründet. Mit jungen, flexiblen und engagierten Mitarbeitern, die, da bin ich sicher, schon bald die Gewinnzone erreichen", sagt Fuchs.

Nur abwarten, reicht nicht

Langfristig, glaubt er, wird auch Deutschland wirtschaftlich wieder Boden unter die Füße bekommen. "Wir müssen zunächst jedoch aus dem Zustand der Erstarrung heraus", betont er. Und wie geht das? "Indem sich die große Politik in Bewegung setzt und eigene Ideen produziert." Nur darauf zu warten, dass die Weltwirtschaft wieder in die Pötte komme, um dann auf den fahrenden Zug aufzuspringen, reiche nicht. Dem Kabinett Schröder rät Fuchs vor allem, sich von "einer fast schon planwirtschaftlichen Regulierungswut" zu verabschieden.

"Die Wirtschaft braucht einfach Freiraum"

"Die Wirtschaft braucht einfach Freiraum, um wieder auf die Füße zu kommen", sagt er. An Steuersenkungen und der Liberalisierung des Arbeitsmarktes führt für ihn kein Weg vorbei. Michael R. Fuchs runzelt die Stirn: "Aber das ist alles leichter gesagt als getan." Am Ende doch noch ein Anflug von Verzagtheit? "Nein, nein", sagt er, "Meine Devise lautet: Den Mut haben, die Dinge einfach anzupacken. Und wenn man dann Fehler macht, ist das immer noch besser, als nichts zu tun."