Heinsberg: Die Bürgermeister legen eine flotte Sohle aufs Parkett

Heinsberg : Die Bürgermeister legen eine flotte Sohle aufs Parkett

Mit einem Gottesdienst, viel Musik und feierlichen Reden wurde jetzt das Partnerschaftsfest anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Heinsberg - Ozimek im Rahmen des Heinsberger Burgbergfestivals gefeiert.

Nach der Messe trat auf dem Burgberg zunächst das Trommler- und Pfeiferkorps Eschweiler auf und unterhielt das Publikum mit Ausschnitten aus seinem gekonnt vorgetragenen Repertoire. Der Blaskapelle Ozimek gehörte im Anschluss die Bühne. Die Kapelle war schon bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde und danach bei vielen Begegnungen ein Garant gewesen für musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau. Ihr Dirigent Zygmunt Antosik legte beim letzten Stück das Schicksal seiner Musiker in die Hände der Bürgermeister der beiden Partnerstädte, Marek Korniak und Wolfgang Dieder. Es sollte nicht die einzige Gelegenheit bleiben, bei der die Bürgermeister an diesem Nachmittag ihr Können abseits der Amtsgeschäfte unter Beweis stellen konnten.

Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder: „Der heutige Tag ist ein wichtiger in der Geschichte unserer Stadt und ich glaube auch in der Geschichte der Stadt Ozimek. Denn heute feiern wir das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft und damit auch die Freundschaft zwischen den Bürgern von Ozimek und Heinsberg.” Bei der Ausgestaltung der Städtepartnerschaft sei seinerzeit Wert darauf gelegt worden, so Dieder, dass die Partnerschaft sich nicht auf Besuche offizieller Delegationen beschränken solle, sondern vielmehr durch den Austausch von Jugend- und Schulgruppen, von Vereinen und Verbänden mit Leben erfüllt werden möge. „Ich glaube, dass wir dieses Ziel erreicht haben.” Seit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im Jahre 1992 hätten, ohne die Besuche der offiziellen Delegationen, mehr als 50 Begegnungen zwischen Bürgern stattgefunden. Dieder dankte den Heinsbergern. „Viele von ihnen haben in den vergangenen 20 Jahren - und wenn ich an den Wegbereiter dieser Partnerschaft, die KAB Kirchhoven denke, auch schon vorher - aktiv zum Gelingen der Städtepartnerschaft Ozimek - Heinsberg beigetragen.”

Einen besonderen Dank richtete Wolfgang Dieder an seinen Amtsvorgänger, Bürgermeister a. D. Josef Offergeld, und den langjährigen Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses Walter Geiser. Auch die Verdienste um die Städtepartnerschaft des leider verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters Otto Knoll würdigte Dieder in seiner Rede. „Nicht unerwähnt möchte ich auch die Hilfsmaßnahmen unserer Feuerwehr lassen.”

Ozimeks Bürgermeister Marek Korniak verwies in seiner Ansprache auf den Beginn der Partnerschaft, die der Zusammenarbeit zwischen den Pfarrgemeinden aus Ozimek und Kirchhoven zu verdanken sei. „Sie beruhte auf materieller Unterstützung, während einer schwierigen Zeit in unserem Land. An dieser Stelle darf die wichtige Rolle des Prälaten Priester Gerard Ka?u?a nicht vergessen werden. Leider ist er im letzten Jahr verstorben.”

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit habe der Gemeinde Ozimek messbare Vorteile gebracht. Dank der Partnerschaft sei es unter anderem möglich gewesen, Fördergelder aus der Deutsch-Polnischen Stiftung Jumbo für den Ausbau des Krankenhauses zu erhalten. Unter den Bewohnern von Heinsberg und den Arbeitnehmern der örtlichen Betriebe sei eine Spendenaktion für den Bau des Integrationskindergartens in Ozimek organisiert worden. Auch die Freiwilligen Feuerwehreinheiten seien mit Fahrzeugen ausgestattet worden. Korniak: „Während der Jahrhundert-Flut 1997 konnten wir auf die Unterstützung unserer Freunde aus Heinsberg zählen.” Nicht zuletzt dankte er den Skatspielern aus Ozimek und Kirchhoven, die bisher bei allen Partnerschaftstagen ihre Wettkämpfe ausgetragen haben. Ozimeks Bürgermeister schloss seine Rede auf Deutsch mit einem Zitat von Epikur von Samos: „Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.” Und er fügte schließlich hinzu: „Heinsberg ist dieses Geschenk.”

Der Vorsitzende der Deutschen Minderheit in Ozimek, Klaus Luschik, hob in seiner Rede besonders hervor, dass in den 20 Jahren sehr viele Freundschaften zwischen Familien aus Ozimek und Heinsberg entstanden sind.

Die Showlights Waldenrath gaben eine kleine Kostprobe ihrer hoch ausgezeichneten Showtanzqualitäten, bevor sie sich Unterstützung auf die Bühne holten. Da durften dann unter anderem auch die beiden Bürgermeister Marek Korniak und Wolfgang Dieder zeigen, ob sie mit den flotten Mädels mithalten konnten. Beide legten eine wirklich flotte Sohle aufs Parkett.

Schon beim Besuch in Ozimek war die Jugendmusikschule mit einer jungen und einer gereiften Band aufgetreten. Die Jungen sind Zero Gravitation, die auch auf dem Burgberg wieder mit von der Partie waren. Die Seniorencombo, Ehemalige der Jugendmusikschule plus deren Leiter Theo Krings, hat sich inzwischen den Namen Polski Blue(s) gegeben. Alle die Polski Blue(s) hörten, waren sich einig: „echt Klasse”.

Ein großes Gruppenfoto, am Lago Laprello aufgenommen, schenkten die Gastgeber ihren polnischen Freunden als Andenken. Eine schöne Glasskulptur zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft hatten die Polen als Gastgeschenk mitgebracht.