Kreis Heinsberg: Die Bahnsteige sollten barrierefrei erreichbar sein

Kreis Heinsberg : Die Bahnsteige sollten barrierefrei erreichbar sein

Über den aktuellen Stand der Planungen zur Reaktivierung der Bahnstrecke Heinsberg - Lindern, die - wie berichtet - am 16. Dezember 2012 wieder in Betrieb gehen soll, ließ sich jetzt auch der Beirat für Senioren und Generationenfragen aus erster Hand informieren.

Vorsitzender Franz-Josef Lennertz hieß dazu bei der Sitzung des Gremiums im Heinsberger Kreishaus Ralf Dick aus dem Amt für Umwelt und Verkehrsplanung in der Kreisverwaltung willkommen.

Er sei seit acht Jahren mit dem Projekt betraut, berichtete Dick den Beiratsmitgliedern. Seit der Schließung der Strecke gebe es eigentlich schon die Idee, sie wieder zu eröffnen. Nächster Schritt in den aktuellen Planungen sei noch für diesen Monat der Notartermin für die Übernahme der Strecke von der Deutschen Bahn durch das Unternehmen West Energie und Verkehr, bei dem dann wiederum die Rurtalbahn Pächter werde solle.

Im Namen einer Arbeitsgruppe der Senioreninitiativen im Kreis Heinsberg zur Reaktivierung der Bahnlinie, der noch Friedrich Feldmann und Klaus Labahn angehören, hatte Heinz-Peter Benetreu dann eine ganze Liste von Fragen mitgebracht.

Sie waren das Ergebnis von Ortsterminen an den vorgesehenen Haltepunkten der Bahnlinie: Von Lindern aus in Randerath, Horst, Porselen, Dremmen und Grebben sowie in Heinsberg am Kreishaus und am Busbahnhof hatten sich die drei mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht.

Benetreu ging es in seinem Fragenkatalog vor allem um die barrierefreie Erreichbarkeit der jeweiligen Bahnsteige. In Lindern müssten zum Beispiel, um von Gleis 3 auf Gleis 1 nach Mönchengladbach zu kommen, derzeit noch zwei Mal elf Stufen nach unten, ein 13 Meter langer halbdunkler Gang und wieder zwei Mal elf Stufen nach oben überwunden werden, betonte er.

Barrierefreiheit bedeute aber zugleich lange Wege, entgegnete Dick und verdeutlichte dies den Beiratsmitgliedern anhand von Fotos des umgebauten Bahnhofsgeländes in Übach-Palenberg. Dort sei eine Lösung ohne teure Aufzüge gewählt worden, „aber ob dies der Weisheit letzter Schluss ist, bleibt die Frage”, bemerkte er.

Weitere Forderungen des Arbeitskreises bezogen sich auf eine einfache Bedienung von Fahrkartenautomaten, übersichtliche, sinnvoll strukturierte Fahrpläne und gut verständliche Lautsprecherdurchsagen. Eine weitere Frage, die Dick nicht direkt beantworten konnte, bezog sich auf eine mögliche Videoüberwachung.

Angesprochen wurde zudem die Einrichtung von Notrufsäulen und Service-Rufstellen. Schließlich regte die Arbeitsgruppe die Einrichtung von geeigneten Parkplätzen an, ausgestattet mit Boxen für Rollstühle oder Rollatoren, ähnlich den bereits bekannten Boxen für Fahrräder.

Dick nannte abschließend noch zwei Termine, die für eine weitere, detaillierte Information der Bürger über die Reaktivierung der Bahnstrecke geplant sind: am 5.Juli in der Stadthalle Heinsberg und am 12. Juli in der Turnhalle Lindern, jeweils um 19 Uhr.