Kreis Heinsberg: Dialog über touristische Straßentafeln soll fortgesetzt werden

Kreis Heinsberg : Dialog über touristische Straßentafeln soll fortgesetzt werden

Das Thema „Touristische Hinweisschilder an der Autobahn 46 und der neuen ­Bundesstraße 56“ hat die Kreispolitik noch nicht zu den Akten gelegt. Im Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus, der unter Vorsitz von Erwin Dahlmanns (CDU) im Heinsberger Kreishaus tagte, wurde das Thema intensiv diskutiert.

Am Ende erhielten die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und die Kreisverwaltung den Auftrag, noch einmal das Gespräch mit den Hauptverwaltungsbeamten der zehn kreisangehörigen Städte und Gemeinden zu suchen, um möglichst zu einem abgestimmten, gemeinsamen Vorschlag in dieser Sache zu kommen.

„Heinsberger Land“ oder ...

Mit Blick auf die bekannten braunen Schilder mit weißer Schrift und Piktogrammen hatten WFG, Verwaltung und Ausschuss eigentlich favorisiert, an der Autobahn 46 (im Raum Erkelenz) und an der neuen B56 (im Bereich Selfkant) Tafeln mit der Aufschrift „Heinsberger Land — südlicher Niederrhein“ aufzustellen. Doch bevor überhaupt ein entsprechender Antrag auf den Weg gebracht werden sollte, wurde das Meinungsbild bei den Städten und Gemeinden abgefragt — mit negativem Ergebnis: In der Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten wurde keine Unterstützung signalisiert.

Die Kommunen wollen lieber eigene Vorschläge auf solchen Tafeln umgesetzt sehen. Gedacht wird dabei an Begas-Haus und Lago Laprello in Heinsberg, Bergfried und Burg in Wassenberg, Burg Trips und Teverener Heide in Geilenkirchen sowie Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven. WFG und Kreisverwaltung wollten es daher nun den Städten und Gemeinden in eigener Zuständigkeit und Verantwortung überlassen, die Aufstellung entsprechender Hinweisschilder zu beantragen, sie wollten aber zumindest ihre Unterstützung zusagen.

Im Ausschuss wurde — auf Nachfrage von Dietmar Moll (SPD) — noch einmal deutlich gemacht, dass Genehmigungsverfahren für solche Schilder „ein langwieriger Prozess“ seien, der durchaus mehrere Jahre dauern könne. Im März 2017 hatte die Stadt Hückelhoven mit Blick auf die frühere Zeche Sophia-Jacoba und das Fördergerüst an Schacht 3 einen solchen Antrag auf den Weg gebracht, der noch nicht beschieden ist.

Die Grüne Maria Sprenger regte eine gemeinsame Antragstellung auf Kreisebene für die Kommunen an. Und angesichts der von Kommunen bereits gemachten und aus ihrem Kreis darüber hinaus noch zu erwartenden Vorschläge mahnte Stefan Lenzen (FDP): ­„Keiner will einen Schilderwald.“ Er schlug die Erstellung einer Top-10-Liste vor.

Während die Christdemokratin Christiane Leonards-Schippers erst einmal ein Jahr abwarten und dann schauen wollte, wie die Thematik bei den Städten und Gemeinden umgesetzt werde, schlug ihr Parteifreund Dr. Ferdinand Schmitz deutlich kritischere Töne in Richtung Kommunen an: Er monierte das Kirchturmdenken in dieser Frage. Der Kreis könne mit Selbstbewusstsein durchaus auch eine Entscheidung treffen, die den Hauptverwaltungsbeamten nicht passe.

Doch letztlich setzte sich wohl die Erkenntnis durch, dass eine nun gegen den Willen der kreisangehörigen Kommunen getroffene Entscheidung des Kreisgremiums für die eigene favorisierte Lösung kaum Begeisterung, sondern eher Ärger bei den Städten und Gemeinden ausgelöst hätte: Denn diese müssten schließlich die Anschaffung und die Aufstellung solcher Schilder mit dem Schriftzug „Heinsberger Land“ — über die allgemeine Kreisumlage — finanzieren.

Nun soll lieber noch einmal ein Dialog mit den Städten und Gemeinden geführt werden, „bevor wir in ein Wettrennen gehen“. Mit den Kommunen solle unter der Devise gesprochen werden: „Wie können wir uns verständigen?“ Es gehe um eine gemeinsame Lösung und einen tragfähigen Kompromiss. Da war beispielsweise die Anregung zu hören, solche Schilder könnten ja auf Einzelziele hinweisen, aber mit dem Zusatz „Heinsberger Land“ versehen werden.

Erfolgsaussichten begrenzt

Auch wenn Dezernent Franz ­Josef Dahlmanns von der Kreisverwaltung darauf verwies, dass theoretisch auf dem Streckenabschnitt der A46 und der B56 von der Kreisgrenze bei Erkelenz bis zur Staatsgrenze im Selfkant zehn bis zwölf solcher Tafeln denkbar seien, war auch die Einschätzung in der Ausschusssitzung zu vernehmen, dass die Erfolgsaussichten, mehr als zwei, drei oder gar vier Schilder am Ende genehmigt zu bekommen, begrenzt sein dürften.

(disch)
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