Baal: Deutscher Paketdienst etabliert sich in Baal

Baal : Deutscher Paketdienst etabliert sich in Baal

Man könnte sie auch „Gläserne Pakete” nennen, die rund 25000 Lieferungen, die täglich in Hückelhoven-Baal beim Deutschen Paketdienst (DPD) über die Förderbänder laufen.

Einmal kurz einscannen, und schon gibt jedes Paket, egal ob groß oder klein, seine ganz privaten kleinen Geheimnisse preis.

„Lebenslauf nennen wir das”, erklärt Michael Lambert, der Leiter des Hückelhovener DPD-Depots. Über den Inhalt des Paketes steht selbstverständlich nichts in diesen Paketscheinen.

Allerdings wird jede Station, die die Lieferung auf ihrem Weg vom Absender bis zum Empfänger nimmt, genauestens dokumentiert. „Auf diese Weise haben wir eine sehr hohe Sicherheit über den Verbleib jedes einzelnen Paketes”, so Lambert weiter.

Um 5 Uhr morgens beginnt in Baal, dem Depot Nummer 141, die „Turboschicht”. In aller Frühe stehen 22 DPD-Mitarbeiter und rund 35 Angestellte einer Dienstleistungsfirma vor den Türen des Paketdienstes im Gewerbegebiet.

Dann beginnt für sie die Arbeit: Möglichst viele Pakete in möglichst kurzer Zeit durch die Firmenhalle schleusen. Denn spätestens um 7.30 Uhr müssen sie wieder unterwegs zu ihren Empfängern sein.

Wenn die Pakete in der Nacht in Hückelhoven ankommen, haben sie oft schon einen weiten Weg hinter sich. Von überall aus der Welt laufen Lieferungen in Baal ein, um von dort in den ganzen Raum Nettetal, Neuss und Aachen geliefert zu werden.

Denn Baal ist ein neuralgischer Punkt. Das zumindest hat eine Studie der Universität Köln festgestellt, die nach dem idealen Standort für das neue DPD-Depot suchte.

„Die ganze Nacht hindurch bis morgens um 6 Uhr bringen Lkw die Pakete hierher”, verdeutlicht Lambert den Ablauf. „Hier werden die Lieferungen dann erst einmal entladen, bevor sie über eine Förderstrecke von insgesamt 1,7 Kilometern durch unsere Halle laufen.”

Als erstes kommen sie zu den Scannerinnen. Die erfassen per Strichcode und elfstelliger Liefernummer die einkommenden Päckchen. Gleichzeitig findet eine erste automatische Vorsortierung statt, die die Pakete in drei unterschiedliche Auslieferungsbereiche einteilt.

Anschließend geht es weiter zu den „Pushern”. „Die heißen so, weil sie die Pakete noch einmal per Hand unterteilen und auf eine von insgesamt sechs Auslieferungslinien schubsen (pushen).”

Am Ende der Förderbandstrecke werden die Lieferungen dann von 18 selbstständigen Auslieferungsunternehmen in Empfang genommen, die in ihren Kleintransportern den letzten Weg bis zum Empfänger fahren - natürlich nicht, ohne die Ware vorher noch einmal eingescannt und den Empfang per Unterschrift bestätigt zu haben. Jene Daten können dann auch vom Versender via Internet kontrolliert werden.

Sind alle Pakete unterwegs, kehrt Ruhe ein in der 11500 Quadratmeter großen Firmenhalle. Aber nur vorübergehend. Nachmittags ab 14 Uhr geht das ganze Spielchen von vorne los. „Dann wird das Empfangsdepot vom Morgen zum Versand-Depot”, weiß Michael Lambert.

Nun werden nämlich jene Lieferungen bearbeitet, die aus dem Einzugsgebiet des Baaler Depots hinaus in die Welt transportiert werden sollen.

Der Deutsche Paketdienst ist der größte private Anbieter in Deutschland. Hauptsächlich setzt das Unternehmen auf Geschäftskunden. „Im Gegensatz zur Post, die ihren Schwerpunkt im privaten Bereich hat.”

Allerdings habe der DPD mittlerweile sein Angebot auch auf einen Expressdienst erweitert. Und auch jeder Privatkunde kann das Angebot des DPD nutzen.

Das wird bestimmt in den nächsten zwei Monaten relevant werden, wenn wieder kleine rote Weihnachtspäckchen ihren Weg von weiter entfernten Verwandten unter die heimischen Tannenbäume suchen.

Und versprochen: Trotz „Lebenslauf” und Strichcode wird bestimmt nicht schon vor dem Fest verraten, womit das Christkind in diesem Jahr seine Lieben erfreuen will.

Seit dem 1. Juli besteht das DPD-Depot 141 in Baal. Insgesamt wurden zehn Millionen Euro investiert. Als Gegenleistung für den niedrigen Grundstückspreis hat sich der Paketdienst verpflichtet, in drei Jahren 72 Arbeitsplätze zu schaffen.

Depotleiter Michael Lambert rechnet aber damit, dieses Ziel schon 2003 zu erreichen. Weitere Informationen im Internet.