Frankfurt / Kreis Heinsberg: Der Zipfelbund ist das „17. Bundesland“

Frankfurt / Kreis Heinsberg : Der Zipfelbund ist das „17. Bundesland“

Deutschland hat den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung gefeiert. Und Selfkant war mittendrin dabei: Nach der Rückkehr vom zentralen Fest zum Tag der deutschen Einheit — diesmal in Frankfurt am Main — durften die Verantwortlichen vom Zipfelbund wieder einmal zufrieden Bilanz ziehen.

Die 1999 aus der Taufe gehobene Vereinigung von Selfkant im ­Westen, List im Norden, Görlitz im Osten und Oberstdorf im Süden hat sich quasi als das „17. Bundesland“ auf der Ländermeile etabliert. Mehr als 1,4 Millionen Festbesucher erlebten am vergangenen Wochenende das dreitägige Spektakel mit vielen Schauplätzen in der hessischen Metropole. Und auf der Ländermeile am Mainufer entdeckten viele Tausend Besucher auch den — zwischen Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt platzierten — Zipfelbund.

Über den mit 4000 Euro dotierten Zipfelpreis für das Projekt Schmetterling freute sich auch Ursula Bouffier (3. v. l.), die Frau des hessischen Ministerpräsidenten Voler Bouffier. Sie hat die Schirmherrschaft über den Verein inne, der Krebskranken und deren Familien hilft, mit der psychischen Belastung der Krankheit umzugehen.
Über den mit 4000 Euro dotierten Zipfelpreis für das Projekt Schmetterling freute sich auch Ursula Bouffier (3. v. l.), die Frau des hessischen Ministerpräsidenten Voler Bouffier. Sie hat die Schirmherrschaft über den Verein inne, der Krebskranken und deren Familien hilft, mit der psychischen Belastung der Krankheit umzugehen.

Die Menschenmassen auf der Ländermeile hätten sehr großes Interesse für den Zipfelbund gezeigt, freute sich Bürgermeister Herbert Corsten: „Selfkant war in aller Munde.“ Der Dank von Corsten galt vor allem dem Standteam, das in hervorragender Weise Schwerstarbeit bei der Bewältigung des Besucherandrangs ge­leistet habe, aber auch den Musikgruppen aus dem Selfkant, die zum Wohlbefinden der Gäste beigetragen hätten.

Besonders beeindruckt zeigte sich Corsten von der „wirklich herausragenden“ Rede des Bundespräsidenten beim Festakt, in der er konkret deutlich gemacht habe, „dass wir aus der Entwicklung der ­Wiedervereinigung und den daraus — bei allen nicht zu verheimlichenden Schwierigkeiten sowohl im Osten als auch im Westen Deutschlands — sich ergebenden positiven Synergien mehr als ausreichend Erfahrung schöpfen können, um auch der heutigen Asylproblematik positiv gegenüber zu stehen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass wir solchen Herausforderungen gewachsen sind.“ Eindrucksvoll war nach Ansicht von Corsten auch, wie die Stadt Frankfurt und das Land Hessen die Besucher freundlich empfangen haben.

Das Zelt vom Zipfelbund war wieder Treffpunkt auch für Politiker. So konnten Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann, Bayerns Justizminister Winfried Bausback, Ulrich Beyer, der sächsische Abteilungsleiter für ­Europa und internationale Beziehungen und Protokoll, und Axel Wintermeyer, Chef der hessischen Staatskanzlei, begrüßt werden, aber auch der SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Heinsberg, Norbert Spinrath.

Die Hauptfrage vieler Besucher am Zipfelzelt war wie bei allen bisherigen Auftritten im Rahmen des Tages der Deutschen Einheit: „Wo liegt denn Selfkant?“ Der Zipfelbund war bei diesem Fest im Hessischen den wenigsten Besuchern schon bekannt.

Aber das Standteam stand ausführlich Rede und Antwort. Alle vier Zipfelgemeinden verteilten fleißig Informationsmaterial. Von der Gemeinde Selfkant waren neben Bürgermeister Herbert Corsten — begleitet von seiner Frau — noch Daniela Offermanns, Kyra Nandzik und André Mobers vor Ort. In den Händen von Mobers lag diesmal die Gesamtorganisation des Zipfelzeltes. Und das Zipfelzelt hatte den Gästen einiges zu bieten. Wieder mit dabei waren die Käsepiraten aus Oberstdorf und die Klosterbäckerei St. Marienthal aus dem Raum Görlitz.

Selfkant „lieferte“ Musik: mit Sang- und Klanglos aus Havert und dem Instrumentalverein Tüddern. Görlitz präsentierte seine Landskronherolde. Auch die Alphornbläser aus Oberstdorf waren wieder im Einsatz. Erstmals war Ronald Benck als neuer Bürgermeister aus List auf Sylt dabei.

Ein Höhepunkt ist immer die Verleihung des Zipfelpreises. Diese Auszeichnung erhielt diesmal das Projekt Schmetterling, dessen Schirmherrschaft Ursula Bouffier, die Frau des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, innehat. Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt, Krebspatienten eine umfassende psychoonkologische Betreuung zu ermöglichen, die zumeist nicht durch die Krankenkassen getragen wird.

Darüber hinaus ist es das Ziel, die Notwendigkeit einer frühzeitigen psychoonkologischen Betreuung nach der Diagnose Krebs deutlich zu machen und in der Öffentlichkeit entsprechend zu kommunizieren. Mitgegründet wurde der Verein von Karin Meulenbergh; sie wohnte einst im Selfkantland. Der Zipfelbund überreichte den mit 4000 Euro dotierten Preis an Ursula Bouffier, Karin Meulenbergh und den Vereinsvorsitzenden Bernhard Läpke.

Beim Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt war auch der Knastladen dabei. Thomas Nyhsen und Henning Houben von der Justizvollzugsanstalt Heinsberg waren mit den Kollegen von der Zentralstelle Knastladen aus Castrop-Rauxel im NRW-Zelt aktiv. Dort ist der Knastladen stets ein Anlaufpunkt.

(agsb)