Kreis Düren: Der Verbraucher braucht oft Rat

Kreis Düren : Der Verbraucher braucht oft Rat

Ob untergeschobene Telekommunikationsverträge an Haustür oder Telefon, ob Abzocke im Internet oder Wechsel beim Energielieferanten: Der Rat der Dürener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale im Bürgerbüro am Markt war 2007 nachgefragt wie nie. Über 10.700 Personen suchten Rat und Hilfe.

Eine neue Rekordmarke vermeldet der Jahresbericht 2007 bei Rechtsberatungen und -vertretungen durch die Beratungsstelle. Rund tausend Ersuchen dieser Art wurden bearbeitet.

Mit diesen Zahlen ist die Beratungsstelle an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gestoßen. Deshalb begann die Leiterin Hildegard Dapper die Vorstellung des Jahresberichtes 2007 sowohl mit einem Dankeschön für das Vertrauen als auch mit Entschuldigung für schlechte telefonische Erreichbarkeit und längere Wartezeiten.

Dafür gibt es Gründe: Die Beratungen, so hat Hildegard Dapper festgestellt, werden immer komplexer und damit zeitaufwendiger. Viele der um Rat bittenden Kunden wünschen auch, dass der in vielen Fällen notwendige Schriftverkehr von der Beratungsstelle geleistet wird.

Die steigende Akzeptanz sieht Hildegard Dapper nicht nur in wachsender Notwendigkeit von Rat und Hilfe. Das neue Domizil im Bürgerbüro hat sich als zentrale Anlaufstelle in optimaler Lage erwiesen.

„Es war ein interessantes Jahr für uns”, sagt die Leiterin und nennt Schwerpunkte: Abzocke im Internet, unlautere Werbeanrufe, Ärger mit Telefongesellschaft oder Energieanbietern sowie die dubiosen Arbeitsweisen von Anbietern digitaler Kabelnetze.

Dass Beratung immer dringender wird und möglichst früh einsetzen muss zeichnet sich auch an der Nachfrage von Schulen ab. Mit finanzieller Unterstützung durch die Bürgerstiftung ist es Hildegard Dapper möglich, in den Schulen vor diversen Gefahren zu warnen.

Skeptisch sieht die Leiterin der Dürener Beratungsstelle, die praktisch Einzelkämpferin ist, die finanzielle Seite der Verbraucherberatung und mahnt die Politik: Je mehr die Märkte liberalisiert werden um so mehr steigt der Beratungsbedarf. Dieser Entwicklung müssten Politik und Verwaltung durch die Bereitstellung weiterer Mittel Rechnung tragen.

Für dieses Jahr hat sich die Beratungsstelle DSL und Energieausweis als Schwerpunkte gesetzt. Aktuell wird die Praxis der Bausparkassen zur Forderung von Abschlussgebühren kritisch unter die Lupe genommen.

Gewandelt haben sich die Anfrageinhalte der Kunden. Medien, Internet und Telekommunikation führen die Liste mit 37 Prozent an, gefolgt vom Bereich Energie, Bauen sowie Wohn- und Mietrecht mit 24 Prozent. Haushalt und Familie folgen mit 16 Prozent. Reise-Reklamationen, in früheren Jahren der Renner, sind nur noch mit drei Prozent beteiligt.