Heinsberg-Dremmen: Der Seidenschwanz gilt als „Pestvogel”

Heinsberg-Dremmen : Der Seidenschwanz gilt als „Pestvogel”

Mit seiner nunmehr 49. Vogelausstellung hat der Kanarien- und Vogelliebhaberverein Dremmen bei seinen Gästen wieder einmal für bewundernde und erstaunte Blicke gesorgt.

Denn was die Vogelfreunde in den Räumlichkeiten der Dremmener Mehrzweckhalle erwartete, war ein Querschnitt aus der ganzen Welt.

Dass die Vogelzüchter und Vereinsmitglieder bei der Präsentation ihrer Tiere wieder großen Wert auf die art- und biotopgerechte Haltung legten, war selbstverständlich.

Große Volieren

Große Volieren, mal üppig begrünt und je nach Vogelart mal eher karg gehalten, beheimateten während der zweitägigen Rahmenschau heimische und exotische Vogelarten wie Nachtigall, Sprosser oder Seidenschwanz und Spitzschwanzamadine.

Für jeden Vogelfreund war etwas dabei, und so war beispielsweise die Diamantamadine in der naturgetreu nachgebildeten Halbwüste Australiens mit rotem Sand und entsprechend heimischer Vegetation anzutreffen.

Kleine Besonderheit war der Bindenkreuzschnabel, der verbreitet in Skandinavien, Ostsibirien und Nordamerika anzutreffen ist. Dort bewohnt er vornehmlich die Koniferenwälder, die ihm Schutz bieten und seiner Nahrung dienen.

Federhaube

Interessantes gab es auch über den Seidenschwanz zu hören. Auffälligstes und unverkennbares Kennzeichen des Vogels ist die spitz nach hinten verlaufende, teilweise aufrichtbare Federhaube.

Bei den Niederländern gilt der Singvogel noch heute als „Pestvogel”, da man seit dem Mittelalter der Meinung war, der im Turnus von acht bis zehn Jahren in Westeuropa in großen Invasionen einfallende Seidenschwanz sei für die Ausbrüche der Pest verantwortlich. Aus dieser Vorstellungswelt rührt auch in der deutschsprachigen Schweiz der Name „Sterbevöggeli”.

Über das sporadische und geheimnisvolle Erscheinen der Seidenschwanzschwärme in Mitteleuropa informierten sich bei den Vogel- und Kanarienzüchtern aus Dremmen aber nicht nur die einheimische Bevölkerung, sondern traditionell kamen auch wieder die befreundeten Vogelliebhaber aus der Pfalz, aus Antwerpen sowie aus den benachbarten Niederlanden, um die 150 gezeigten Tiere der acht Aussteller zu bewundern.

Nach erfolgreichem Abschluss und großer Resonanz von Seiten der Besucher freut sich der Kanarien- und Vogelliebhaberverein Dremmen schon jetzt auf das 50-jährige Jubiläum im nächsten Jahr.

Teil der interessanten Rahmenschau war auch wieder die Vereinsschau mit folgenden Siegern in sämtlichen Klassen:

Wolfgang Mohr (weiß rezessiv A, 367); Oskar Maseizik (Melanin schwarz rot n. intensiv B, 363 und Melanin schwarz rot intensiv B, 178); Wolfgang Cordewener (Aufgehellte gelb n. intensiv B, 179); Wolfgang Mohr (weiß rezessiv C, 91); Karl-Heinz Nießen (Positur Fife A, 363); Gerd Bohnen (Mischlinge A, 364/93); Karl-Heinz Nießen (Cardueliden Finken A; Wolfgang Mohr (Aufgehellte weiß rezessiv, Champion-Vogel, 92); Karl-Heinz Nießen (Cardueliden Finken, Champion Vogel, 94).