Erkelenz: Der nackte Wahnsinn: Rollen doppelt besetzt

Erkelenz : Der nackte Wahnsinn: Rollen doppelt besetzt

„Egal, was passiert, tut so, als wäre es Absicht.” Diesen guten Rat beherzigten die Schauspieler in der Inszenierung des Stückes „Der nackte Wahnsinn” von Michael Frayn, mit dem der Literaturkurs des Cusanus-Gymnasiums in der Aula Premiere feierte.

Die Zuschauer erwartete eine Komödie in der Komödie. Denn sie erlebten mit, wie eine mehr oder weniger begabte Bühnentruppe das Theaterstück „Nackte Tatsachen” probt und aufführt.

Das Stück im Stück handelte von einer Immobilie, die verkauft werden sollte, aber zwischenzeitlich für diverse Schäferstündchen genutzt wurde. Dabei wechselten die Zuschauer auch die Perspektive, denn während im ersten Akt der Blick auf die Bühne dominierte, wurde diese in der Pause um 180 Grad gedreht. So erlebten die Zuschauer im zweiten Akt das Durcheinander hinter den Kulissen mit, während im Hintergrund und mit dem Rücken zu ihnen das zuvor geprobte Stück aufgeführt wurde.

Das Ensemble um den Regisseur Lloyd Dallas (gespielt von Uygar Genc und Harun Keskin) hatte nicht nur mit Alkohol- und Beziehungsproblemen zu kämpfen, sondern auch mit Intrigen und Eifersüchteleien. Den jungen Schauspielern verlangte gerade der zweite Akt eine ordentliche Portion an schauspielerischem Können ab, da sie ja parallel zwei Rollen in zwei Stücken auszufüllen hatten. Am Ende des turbulenten Durcheinanders, bei dem Sardinen eine tragende Rolle vor und hinter der Bühne spielten, platzte die Bombe, als Regieassistentin Poppy (gespielt von Christine Schmitz und Stefanie Eggerath) mitteilt, dass sie von Regisseur Dallas ein Kind erwarte.

Dem Publikum wurde es bei dem rasanten und komischen Stück nicht langweilig. Dazu trug neben der schauspielerischen Leistung der Schüler vor allem die Handlung in der Handlung bei. Wann bekommt man schon zwei Theaterstücke in einem geboten? Der Andrang war zu Beginn der Proben im vorigen Herbst so groß, dass nahezu jede Rolle zweimal besetzt werden konnte. Insgesamt wirkten 49 Schüler vor und hinter den Kulissen bei dem rasanten Stück mit.

Frayns Bühnenstück, das weltweit bei Schüler- und Studententheatern sehr beliebt ist, wurde 1992 auch mit Michael Caine und anderen namhaften Schauspielern verfilmt. Die Inszenierung des Literaturkurses erfüllte alle Erwartungen und wurde mit viel Jubel belohnt. Die Regie teilten sich Hülya Mese und Markus Schumacher mit dem Kursleiter Frank Deisel, der bereits zum dritten Mal Regie führte. Schumacher zeichnete sich darüber hinaus auch für das Bühnenbild verantwortlich und spielte in beiden Ensembles die Rolle des Frederik Fellows. Erstmals bei der Regie dabei war auch der Lehrer am Cusanus-Gymansium, Markus Tillmanns.