Erkelenz: Der Denkmalschutz entscheidet mit beim Neubauplan

Erkelenz : Der Denkmalschutz entscheidet mit beim Neubauplan

Die Mitteilung des Amtes für Denkmalpflege, die am Montagmorgen per Email im Erkelenzer Rathaus eintraf, war gar nicht nach dem Geschmack des Technischen Beigeordneten Ansgar Lurweg und des Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Heinsberg, Lothar Salentin.

Das Amt kündigte an, dass es Denkmalschutz für das Gebäude der Kreissparkasse Heinsberg am Dr.-Eberle-Platz befürwortet. Damit könnte es für einen geplanten Neubau an dieser Stelle „eng” werden.

Weder Stadtverwaltung noch Kreissparkasse sehen das Gebäude als denkmalwürdig an. Anderer Ansicht ist das Amt für Denkmalpflege, dass auf Einladung der Stadt Erkelenz vor zwei Wochen das Gebäude begutachtete und am Montag zu seiner Entscheidung kam. Ist damit ein Neubau geplatzt?

„Mitnichten”, sagt Lurweg und Salentin ergänzt: „Wir bleiben weiter bei unserer Linie für Abriss und Neubau. Da stehen die Zeichen gut für uns.”

Rein objektiv und fachlich erfüllt der Turm der Kreissparkasse die Kriterium, die das Amt für Denkmalpflege für den Denkmalschutz definiert hat. „Aber das heißt noch lange nicht, dass das Gebäude auch erhaltungswürdig ist”, macht Lurweg auf den nächsten Schritt aufmerksam. Die Stadt werde im Laufe des weiteren Verfahrens „sehr sorgfältig prüfen und die Belange des Denkmalschutzes abwägen mit dem Neubauinteresse der Kreissparkasse. Momentan prüft die Stadt den Antrag der Kreissparkasse auf Abriss des Gebäudes. Bei ihrer Entscheidung wird sie das Amt für Denkmalpflege einbinden müssen.

„Eine Abrissverfügung geht nur mit Zustimmung des Amtes”, sagt Lurweg. Er glaubt ebenso wie Salentin nicht, dass die Behörde diese Zustimmung verweigert. „Die generelle Befürwortung des Denkmalschutzes bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Denkmal auch erhaltenswert ist”, erläutert Lurweg abstrakt. Salentin wird konkret: Der 40 Jahre alte Turm habe mit dem Ursprungsgebäude lediglich die „äußere Optik” gemein. „Das Innere ist überhaupt nicht mehr so wie es einmal war.” In der Form, wie sich das Gebäude jetzt darstelle, lasse es sich nicht erhalten, wenn energetische Gesichtspunkte berücksichtigt würden. Hinzu kämen bauaufsichtsrechtliche Bedenken der Stadt Erkelenz, etwa hinsichtlich jetzt fehlender Fluchtwege.

„Ein Erhalt und eine Sanierung des Gebäudes ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht machbar, nur ein Neubau macht Sinn”, sagt Salentin. Die Kreissparkasse habe alle organisatorischen Voraussetzung getroffen, um in diesem Jahr mit dem Abriss zu beginnen. Notweniger Raum für Mitarbeiter wurde an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße angemietet. „Ich gehe davon aus, dass im Dezember die Bagger am Dr.-Eberle-Platz stehen.”