Erkelenz: Den Traumberuf im Arbeitsalltag erlebt

Erkelenz : Den Traumberuf im Arbeitsalltag erlebt

200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums vertauschten vor den Weihnachtsferien ihren Platz in den Kursräumen der Schule mit einem Arbeitsplatz in einem Büro, einem Geschäft, einer Werkstatt oder einem Labor, um erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln.

Dieses Betriebspraktikum zu Beginn der Oberstufe gehört seit einigen Jahren zu den festen Programmpunkten im Terminkalender des Gymnasiums. Ziel dieses Praktikums ist es, die Andersartigkeit der Arbeit in einem Betrieb kennen zu lernen. Es dient nicht in erster Linie der Berufsorientierung, denn die Berufswahl ist für die Schüler, die noch fast drei Jahre vom Abitur entfernt sind, meistens kein konkretes Thema.

Sehr konkret sind aber die Fragen, die sich jeder bei der Planung des Praktikums stellen muss: Welcher Beruf, welche Arbeit interessiert mich? Welcher Betrieb entspricht meinen Vorstellungen? Das Cusanus-Gymnasium überlässt ganz bewusst den Schülern die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz und ist nur dann mit Vorschlägen behilflich, wenn ein Schüler für sein gewünschtes Berufsfeld keinen passenden Betrieb findet.

Interessant ist, in welche Berufe und Arbeitsbereiche die Cusaner „hineinschnupperten”. Sieben Mädchen und fünf Jungen absolvierten ihr Praktikum in einer Anwaltskanzlei oder beim Amtsgericht. Zehn Mädchen und fünf Jungen arbeiteten in einem Krankenhaus oder Altenheim, acht Mädchen und ein Junge in einer Arztpraxis.

Für Berufe rund um Werbung und Design interessierten sich zehn Mädchen und vier Jungen. Je sieben Mädchen und Jungen arbeiteten bei verschiedenen Behörden.

Sieben Mädchen und sechs Jungen konnten sich auch während ihres Praktikums nicht von der Schule trennen: Ihr „Einsatzort” waren die Erkelenzer Grundschulen.

Angesichts dieser „Favoritenliste” liegt die Vermutung nahe, dass manche Praktikanten testen wollten, ob ihr „Traumberuf” auch dann noch erstrebenswert ist, wenn sie den Arbeitsalltag kennen gelernt haben.

Einige Cusaner wählten besonders ausgefallene Praktikumsstellen: Drei Schülerinnen zog es ins Theater oder ins Museum. Den Alltag beim Bundesgrenzschutz lernten zwei Schüler kennen. Ein Schüler begab sich in die Nähe der großen Politik. Sein Arbeitsplatz: der Landtag in Düsseldorf.

Das Betriebspraktikum ist aber nicht nur für die Cusanusschüler interessant. Reges Interesse findet es immer wieder auch bei den Lehrern, die in der Jahrgangsstufe 11 unterrichten. Sie teilen sich die Aufgabe, die Schüler im jeweiligen Praktikumsbetrieb zu besuchen.

Dabei stehen Gespräche mit dem Praktikanten und seinen Betreuern auf dem Programm, bei denen auch die Lehrer beim Blick „hinter die Kulissen” viel Neues lernen, neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnten, zum Beispiel in einer Hotelküche, bei der Erläuterung eines Planungsentwurfs in einem Architekturbüro, im Gespräch mit Mitarbeitern eines Forschungslabors.