Kreis Heinsberg: Demonstranten erwarten Politiker vor Museum

Kreis Heinsberg : Demonstranten erwarten Politiker vor Museum

Lehrer der Kreismusikschule protestierten in Hilfarth gegen die geplanten neuen Verträge. Der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Touristik beschloss danach Zuschüsse an Museen und Volksmusikerbund. Die Entscheidung über eine Beteiligung an der „vogelsang ip GmbH” wurde hingegen vertagt.

Nachdem sich die 17 Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Partnerschaft und Touristik und sechs Verwaltungsangehörige des Kreises Heinsberg den Weg durch die demonstrierenden Lehrer der Kreismusikschule vor dem Korbmacher-Museum in Hilfarth gebahnt hatten, konnte am Dienstagabend eine zum größten Teil einvernehmliche Sitzung in der so genannten Wannmacherstraße des Museums beginnen.

Die Kreismusikschullehrer hatten sie vor dem Museum versammelt, um ihren Widerstand gegen die geplanten neuen Verträge für die Lehrkräfte zu demonstrieren. Der Punkt wurde im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses beraten.

Zunächst stand für die Politiker allerdings ein Rundgang durch das Korbmachermuseum an. Das früher in der Region verbreitete Kunsthandwerk des Fitzens, Kreuzens, Zäunens oder Kimmens der „gesottenen” Vollweide müsse, so die einhellige Meinung der Ausschussmitglieder zumindest museal erhalten bleiben.

Die anschließend Sitzung unter Vorsitz von Dr. Horst Wamper begann mit der Diskussion über die Beteiligung des Kreises an der vor der Gründung stehenden „vogelsang ip GmbH”. Die ehemalige NS-Schulungsstätte in der Eifel wird bald als Nationalparkzentrum genutzt, in dem kulturelle, soziale und politische Bildungsevents wie Workshops, Schulungen oder Theaterprojekte mit Schülern stattfinden sollen.

„Die Investitionskosten des Kreises Heinsberg würden in den nächsten fünf Jahren”, so Landrat Stefan Pusch, „insgesamt 30.000 Euro betragen.” Da die Beteiligung an diesem Informations-, Ausstellungs- und Bildungszentrum nun aber bis 2025 andauern soll, könnten die Zuschüsse bis zu 200.000 Euro betragen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Hensen äußerte mit Verweis auf andere Unternehmungen, die sich als „Fass ohne Boden” herausgestellt hätten, seine Zweifel. Ebensolche äußerte auch CDU-Fraktionsvize Erwin Dahlmanns. Einstimmig einigten sich die Fraktionen darauf, „die Sache” noch einmal ausführlich zu diskutieren.

Ebenfalls einstimmig beschloss das Gremium die Zuschüsse an museale Einrichtungen. Das Flachsmuseum Wegberg, Kleinbahnmuseum Selfkantbahn, Museum für europäische Volkstrachten Wegberg und das Feuerwehrmuseum Lövenich werden weiterhin mit 1000 Euro sowie das Bauernmuseum Selfkant, „Schacht 3” Hückelhoven, Gerhard-Tholen-Stube Waldfeucht, Historisches Klassenzimmer Immendorf, Mineralien- und Bergbaumuseum Hückelhoven und Korbmachermuseum Hilfarth mit 500 Euro jährlich bedacht.

Zur Disposition stehen das Dorf- und Feuerwehrmuseum Birgden, die Heimatstube Randerath und das Heimatfenster Holzweiler. Der Volksmusikerbund wird nach einstimmigem Votum mit 2800 Euro bezuschusst.

Im Bericht der Verwaltung ging Helmut Preuß auf das Sportfestival mit den Partnerkreisen aus Schottland und Ungarn ein. Die Jungen und Mädchen werden im Haus St. Georg in Wegberg-Watern untergebracht; neben Kreisrundfahrt und Besichtigung des Tagebaus Garzweiler ist ein Besuch im Phantasialand geplant. Ausrichter ist der FC Union Schafhausen.

Die Förderung von Künstlern und Kunstpädagogen in außerunterrichtlichen Angeboten in den Schulen des Kreises im kommenden Schuljahr 2008/2009 umfasst zwölf Schulen. Dabei belaufen sich die Gesamtkosten auf 30.500 Euro. Das Land fördert die Maßnahme mit 21.000 Euro.