Kreis Heinsberg: Das wahre Erleben spielt sich im Innern ab

Kreis Heinsberg : Das wahre Erleben spielt sich im Innern ab

Mut und Kreativität - das waren die wichtigsten Voraussetzungen zum Gelingen dieses Experiments, nicht schauspielerische Ausbildung oder Gesangsunterricht. Was wirken sollte, das waren vor allem die schöne Geschichte, die eingängigen Melodien und das vielfältige Engagement aller beteiligten Damen.

Fast 100 Unternehmerinnen aus dem Kreis Heinsberg wagten sich am vergangenen Wochenende an zwei Tagen in der fast ausverkauften Aula des Hückelhovener Gymnasiums auf die Bühne, um das Musical „Der kleine Tag” nach der Buchvorlage von Wolfram Eicke und der Musik des bekannten Liedermachers Rolf Zuckowski und von Hans Niehaus aufzuführen.

Initiatorin und Ideengeberin Petra Kirch, die den „kleinen Tag” spielte, und Regisseurin Alexandra Gedak, den „geheimnisvollen Tag” mimend, setzten vor gut einem halben Jahr, nachdem sie zudem die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Heinsberg, Susanne Knorr, für ihr Vorhaben gewannen, das Projekt zügig um. Schnell fanden sich fast 100 Freiberuflerinnen und Unternehmerinnen, die mit farbenfrohen, mitunter neonleuchtenden Kostümen das dreiteilige Stück auf die Bühne zauberten.

Einzeln fallen die jeweiligen Tage durch ein Sternenloch auf die Erde, um gen Mitternacht wieder ins Lichtreich zurückzukehren, um von ihren Erlebnissen und Erinnerungen zu berichten. Der kleine Tag, konkret der 23. April, ist besonders aufgeregt, und obgleich nichts Außergewöhnliches an „seinem” Tag geschehen ist (es war eher verregnet und trist), erzählt er ganz euphorisch und aufgeregt davon. Die anderen Tage verspotten ihn daraufhin, weil jeder Tag sich für etwas Besonderes und Wichtigeres hält. Traurig wartet er auf den nächsten 23. April.

Was die Autoren und Komponisten - übrigens waren Rolf Zuckowski am Samstagabend und Wolfram Eicke am Sonntagnachmittag persönlich zugegen - beabsichtigt hatten, haben die Akteure gelungen umgesetzt. Und man merkte jeder „Schauspielerin” an, dass es ihr höllischen Spaß bereitet hat, auf der Bühne zu stehen und etwas völlig Neues auszuprobieren. Ob der Tag nun verregnet und trist ist, an einer Baustelle sich abspielt oder die Farben der Realität nicht so bunt sind wie in der Phantasie, fein umgesetzt in den blassen Kostümen des Alltags: Das wahre Erleben spielt sich im Innern ab.

Das Projekt „100 Frauen machen Theater” erreichte all das, was es sich zum Ziel gesetzt hatte, nämlich zu zeigen, dass man nur gemeinsam vorankommt und dass Kreativität und Mut das Leben sinnenreich machen. So entstand ein Netzwerk untereinander, das sicherlich noch lange halten wird. Denn eine neue Idee schwirrt schon in den Köpfen der „Powerfrauen” - man merkt es an ihrem verschmitzten Lächeln. Und das ist schließlich das Wichtigste: Jedem Tag ein Lächeln abzugewinnen!